Horta, Faial (letzter Tag Maschinenschaden)

He löpt! He löpt, de Ferrari !

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Nachdem die Maschine nun 9 Tage halbzerlegt im Cockpit lag (die Zeit wurde natuerlich bestens genutzt***), ist die ueberholte Injector pump (die den Diesel mittels einer Rotationspumpe auf Hochdruck bringt und an die Injectoren verteilt, die dann den Diesel in die Zylinder spritzen) mit dem Flugzeug in Horta eingetrudelt. Eingebaut, entlueftet, Knopp gedrueckt, angesprungen. Härrrlich.

Bakterienkulturen aus der Karibik (der letzte Dreck!     Trotz Bioschlammvernichter Grotamar)

Wir hatten zunaechst den in der Pumpe eingebauten Pencil-Filter in Verdacht, der war aber tipp-topp sauber. (Pfeil rechts. Besser nicht ausbauen, das Teil ist wirklich selten blockiert und kaum wieder reinzubekommen). Da ich das ganze Lockengeloet um dem Motorblock herum ausbauen durfte, wurden gleich ein paar Schlaeuche mit ausgetauscht, der Waermetauscher gespuelt, einige Dichtungen ersetzt, die Tanks leergepumpt und gereinigt, usw. Die 150 Liter verseuchten Diesel aus dem Backbordtank schenken wir Jean Pierre Repair, unser Mechanik-Ratgeber, der ihn gerne fuer “Reinigungszwecke” hatte. 150 Liter Reinigungsmittel ist nun eine Menge und wir gehen davon aus, dass er den Saft mit Grotamar auffrischt.

Unsere Westerbeke ist uebrigens, wie wir rausfinden durften, eine marinisierte Perkins 4/107, in jeder 2. Baumaschine und jedem 3 Traktor verbaut, was die Ersatzteilbeschaffung erheblich erleichert.

 [25.08.2014 - Hierzu gibt es noch einen Nachtrag: Jean Pierre Repair aus Horta ist ein prima, sehr netter und sicherlich "geschaeftstuechtiger" Mechaniker, der die Problematik schnell erkannt hatte (in diesem Jahr hatte er bereits 8 defekte Injectorspumpen (früher waren es nach seiner Aussage um die 1-2 Stück), brachte also eine gewisse Routine mit ins Spiel). Dass die Pumpe, die er nach San Miguel ausfliegen und wieder einfliegen liess, dann nur genau 120 Std. hielt, bis der Motor vor den schwedische Schaeren wieder streikte, war sicherlich nicht seine Schuld. Aber alle, die ein aehnliches Problem haben, duerfen an dieser Stelle vorsichtig sein: Nachdem die Pumpe nach einer ueberschaubaren Maschinenstundenzahl von schwedischen Lucas/CAV Experten geoeffnet wurde, praesentierte sich ein total verdrecktes Innenleben. Die Pumpe wurde offenbar weder zerlegt, noch gereinigt oder schadhafte korrodierte Pistons ausgewechselt. Nachdem das dann in Schweden nachgeholt wurde lief die Maschine herrlich leise und rund wie noch nie! Siehe Bild unten)  

 

*** Das Inselarchipel ist der ab-so-lu-te Kracher. Super Ausflug zum Vulkanmuseum am Westzipfel der Insel und gestern noch einen klasse Ausflug zur Insel Pico mit der Friends, Zsa-Zsa und Robeyne. Schnuppi schreibt gleich mehr. [...] So gut wie versprochen.

Mit 10 großen und 6 kleinen Menschen fahren wir also mit der Faehre rueber zur Nachbarinsel Pico, um uns dort mit einer Grossraumtaxe (es gibt insgesamt zwei grosse Taxen auf Pico) und einer weiteren Taxe zum Wal-Museum bringen zu lassen. Der Preis fuer die Faehre ist fair: 2,70 € pro Erwachsenem, 1,40 € fuer Kinder von 4 – 12 Jahren. Das Museum ist schoen und die Fahrt durch die Doerfer der gruenen Insel lohnt sich allemal. Auf der Ruecktour ein Abstecher zum Wein-Museum. Zum Abschluss und bevor wir um 21 Uhr mit der Faehre wieder nach Faial uebersetzen, gibt es noch ein leckeres Essen, natuerlich Eis fuer die Kinder und Bier fuer die Grossen. Schoeeen!

Die Azoren bzw. das Leben und die Menschen hier laden wirklich zum Verweilen ein. Der Galao kostet 80 Cent, alles leuchtet gruen, aber was uns besonders auffaellt ist, dass die Einheimischen extrem freundlich und hilfsbereit sind. Da kommt es zu spontanen Einladungen zum Mitfeiern und in den folgenden Tagen trifft man sich und schnackt ne Runde im Supermarkt. Schon nach ein paar Tagen fuehlen wir uns (heimischer als) zu Hause.

Die Zeit rinnt uns durch die Finger und wir wollen weiterziehen, bevor uns die Leinen hier durchscheueren. Nur noch einen Monat und dann hat uns unser altes Leben wieder. Geplanter naechster Stop: Guernsey.

 

 

 

So sah die Einspritzpumpe aus, bevor sie von den schwedische Experten geoeffnet und RICHTIG rpariert wurde

Nachtrag 2014: Wieder kaputt. So sah die Einspritzpumpe aus, nachdem sie von den ausgebildeten Experten nach 120 Maschinen-Std. in Schweden geoeffnet und in einem zweiten Anlauf  RICHTIG repariert wurde: Tipp-topp sauber, damit kein Kruemel hineinfallen kann.

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One Response to Horta, Faial (letzter Tag Maschinenschaden)

  1. LosLocos says:

    Gut gemacht, Kollege ! ;-)
    Aber auch schoen, wenn man dann den Schraubenschluessel mal wieder ein wenig weglegen kann, was ? Wir sind nun auch soweit klar und werden wohl uebermorgen losduesen, Rtg. Galapagos. Uff – kein Wind und Gegenstroemung. Das wird ein langer Trip… Wir rechnen mit mindestens zwei Wochen. *rrr*
    Super Fotos von Horta ! Bruno und Viola werden immer ganz melancholisch, wenn sie Line und Jonne sehen. *sniff*
    Tjo, dann wuensch’ ich euch mal einen angenehmen Trip durch den Rest-Atlantik !
    Liebe Gruesse, David & die LosLocos

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