Atlantik 10

Datum: 23.06.2012

TIME: 2012/06/23 21:50 LATITUDE: 48-49.64N LONGITUDE: 008-04.57W COMMENT: Wind 32-38kn, 230°, Kurs 75°, Speed 5-6 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 85sm Distanz bis Guernsey: ca. 220sm

Tag 10

25 Meter weit spucken? Gar kein Problem. Was sich draussen vom Koerper loest, begibt sich auf eine weite Reise: Muetze vom Kopf, geschaetzt, 15 Meter, Neopren-Handschuh 5 Meter, Koerperfussigkeiten 7-25 Meter, je nach Winkel und Druck. Es blaest nun den ganzen Tag aus Sued mit 32-38kn, selten unter 30. Das Meer kocht und ist weiss. Wir segeln unter sehr klein gerollter Genua mit Wind und Welle von der Seite. Seit wir das Kontinentalschelf erreicht haben, baut sich eine kurze, sehr steile Welle auf und bricht zum Teil quer ueber das Deckshaus und wir machen uns das erste Mal Gedanken um die Festigkeit der grossen Fenster in der Galley und in der Aft-Cabin.

Die Aufnahme von fester Nahrung und Fluessigkeiten ist eine heikle Sache, und jeder hat so in diesem Jahr mehr oder weniger schlaue Strategien entwickelt, moeglichst viel davon in in den Kopf hinein zu befoerdern. Getrunken wird am besten mit dem Ruecken an einer Wand in Querschiffsrichtung (wegen der Rollbewegung, aus Tassen landet sonst schon mal was im Gesicht). Der Wellenrhythmus wird innerlich staendig aktualisiert, laengere Wellenphasen auch von den Kindern ruckartig ausgenutzt. PET-Flaschen sind die idealen Gefaesse, die mit einem grossen Trichter befuellt werden (Ausgussrichtung in Laengsschiffrichtung, ein nach innen gerichteter Rand des Trichters waere hilfreich), weil sie verschlossen und irgendwohin hingeschmissen werden koennen, wenn man schnell mal was tun muss.
Feste Nahrund wird in einer kleiner Schale (halbvoll) in der Koje serviert und zu sich genommen, jeder in seiner Ecke. Gefruehstueckt wird zusammen in einer Koje: Pfannkuchen mit Speck oder Zucker, Tee, Zwieback mit Milch oder Muesli. Super.

Man mag gar nicht rausschauen, so graesslich sieht es draussen aus, aber – man will’s uns vielleicht nicht glauben – drinnen ist es saugemuetlich und uns Vieren geht es sehr gut.

Vordeckbeute: nicht geguckt

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2 Responses to Atlantik 10

  1. Uli und Renate says:

    Ihr Lieben,
    da begrüßt Euch Europa nicht gerade freundlich. Aber Ihr seid ja super durchgekommen, ich finde das letzte Stück ist eigentlich das Schwierigste. Kommt noch gut durch den Kanal, da muß man ja leider viel mehr aufpassen, was bei schlechtem Wetter nicht gerade angenehm ist.
    Wir drücken Euch die Daumen und denken an Euch.

    Liebe Grüße
    Uli und Renate

  2. oaaane says:

    oh man, was geht bei euch!? so ein schiessdreck mit dem sturmbootfahren…kommt bloß heil hier an! wir fiebern mit euch and keep our fingers crossed for a safe trip home to da boleros! der beste rumpampam steht kalt und das feuer ist bestückt – zur not auch als signalfeuer zu verwenden. wir grüßen euch unheimlich! nici, mateo und oaane

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