Isla de Faro II

Isla del Faro / Bayona,
Datum: Samstag, 27.08.2011
Position: 42°13’30N 008°53‘92W

Der Wind dreht ueber Nacht wie erwartet auf Nordost und vertreibt die legerwall etwas zu dicht am Strand liegenden Yachten in der Bucht. Achteraus hinterlaesst der blendend weiße Strand  einen schmerzhaften Kometenschweif auf der Netzhaut. Die HITCH-HIKE-HEIDI klebt wie in einer dicken gruenen Glasplatte. Die Crew kann mit blossen Augen die Ankerkette in 10m Tiefe in einem langen Bogen fast bis zum Anker verfolgen. Der Vergleich mit dem Paradies draengt sich auf. Denn unweit von uns lauert die Guardia Civil wie eine Schlange. Das immerboese Gesicht des kantigen Schnellbootes scheint uns argwoenisch zu beobachten und wartet nur auf einen nervoesen Blick ueber die Schulter, bis es erbarmungslos zuschlagen wird. Der Kpt. und die Crew schauen trotz des gelcoatweißen Gewissens immer nur ganz zufaellig aus den Augenwinkeln rueber. (Dass wir ein – in Spanien nicht immer ganz leicht zu erhaltendes – Permit fuer das Befahren des Gewaessers der Inseln gebraucht haetten und uns das Betreten nicht gestattet war, erfahren wir erst spaeter in Bayona).

An Bord wird massenhaft Kunst produziert. Line hat fuer sich die Punktetechnik der Aborigines entdeckt, Jonne knetet großartige Roboter und allerlei Getier mit verschiedenen Applikationen, wie Muscheln und Krabbenzangen.

Kormoran

 

 

Die erste Offizierin bloggt die Eintraege. Wir koennen jetzt Dank des an Fieberwahn grenzenden Einsatzes des Kapitäns der RÖDE ORM unsere Homepage via Kurzwelle udaten. Das mag sich banal anhoeren, ist aber eine PHAE-NO-MEN-ALE Neuerung. Leider koennen wir unsere Eintraege nicht einsehen und so bleiben irritierende Fehler unbemerkt.

Irgendwann gehen wir ankerauf und rauschen mit 7,5 kn unter Genua nach Bayona. Die MEN GOE und die RÖDE ORM schaukeln schon in der gut geschuetzten Bucht, zusammen mit der NUBIA von Mike und Katja, die mit ihrem 2 jährigen Niklas unterwegs sind, und der Holzkat BUMBLE BEE von Julia, Tim und Tiger aus Brighton. Wir legen uns dazwischen.

Die ersten Anrufe irritierter Freunde aus Deutschland erreichen uns. „Schoen, dass ihr schon auf Korsika seid“. Der Kpt. erkundigt sich, ob sie auch im richtigen Land sind. Alles in Order. Der Fehler im System: Die Länge des „Positions Report“ im Airmail Modul resettet sich manchmal unbemerkt auf Ostlängen, was dem Boot zu sprunghaften Etmalen verhilft. Der Kpt. will sich in Zukunft besser konzentrieren..

Ulli und Renate von der MEN GOE will morgen schon wieder weiter. Wir formieren uns zu einer deutsch-englischen Reisegruppe, draengen uns zusammen durch die engen Gassen und essen schließlich in einer (wie ueberall) neonbeleuchteten Tapasbar.

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