Leixoes II

Leixoes,
Datum: Mittwoch, 07.09.2011
Position: 41°11’08N 008°42’24W

Die beiden Kpt. der ROEDE ORM und der HITCH-HIKE-HEIDI machen sich am Grundgeschirr zu schaffen. Der Ankerauf-Fussknopf schaltet unzuverlaessig und klackt manchmal nur, die Spill dreht nur noch in eine Richtung. Der Magnetschalter wird ausgeschlossen, womoeglich liegt das Problem an den Buersten. Das Problem bleibt ein Problem. Die Kpt. suchen sich eine einfacher zu bewaeltigende Herausforderung und zerren die 70 Meter der 10mm Kette in einem Kraftakt aus dem Ankerkasten auf den Steg. Dann stehen die beiden Kpt. einfaeltig da und lassen sich von einer simplen Strecke beeindrucken. „Mann, guck mal, wie lang 70 Meter sind!“.

Die alten Längenmarkierungen muessen erneuert werden. Alle 5m werden den Gliedern ein kurzer, alle 10m lange Kabelbinder verpasst. Dann rasselt die Kette wieder in den Bug zurueck.

Der Hafenmeister kommt und ist bestuerzt, dass wir noch nicht eingecheckt haben. Alle Papiere, vor allem die Versicherungsbestaetigung sind mitzubringen. Wir versprechen, dem umgehend nachzukommen. Die Steuerfrau erledigt die Hafenformalitaeten.

Der Hafenmeister ist ein wichtiger Mensch und sehr konzentriert. Namen, Passport-Registriernummern, Geburtsdaten aller 8 Personen und Angaben zur Maschine werden in Erfahrung gebracht, misstrauisch begutachtet und dann sehr gewissenhaft ins lokale Hafennetz eingespeist. Zwischenfragen sind wegen der Konzentration nicht gestattet. Ein latent schlechtes Gewissen ob der Geburtsdaten wie zu DDR Zeiten kann dennoch nicht richtig hergestellt werden. Die Versicherungsbestaetigung hat an Bedeutung verloren und wird nicht verlangt.

Die Crews brechen gemeinsam mit dem Autobus nach Porto auf. Die ROEDE ORMS und Line lassen sich mit einem Touristenzug durch die aufregende Stadt tuckern (der Besuch eines Weinkellers ist im Preis inbegriffen, der sogar ganz gratis ist). Der Kpt. un sien Steuerfru und Jonne lassen lieber die steilen, engen und nach Urin riechenden Gassen auf sich wirken und geniessen den klaustrophobischen Effekt der rohen Steinwände. Der Fluss wird bergab vermutet, an dem sich die Crews nach einer Std. wieder treffen.

Dort macht der Kpt. Fotos vom dichten Bioteppich der Meerratten, die sich dicht gedraengt vornehmlich mit geoeffneten Maul vor Abwasserkanaelen vollaufen lassen. Eine traege Masse, die den Fluss filtert. Dass wir eine dieser widerlichen Filtertueten in Camaret su Mer gegessen hatten, ist ein Gedanke, der vergessen werden will und nur mit einem drueckenden Gefuehl in der Magengegend in Erinnerung gerufen werden kann.

Ein Restaurant am Fluss wird ausgemacht und wir gehen Fisch essen.

 

 

 

 

 

 

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