Fecamp

Fecamp,
Datum: Mittwoch, 20.07.2011
Position: 49°45’77N 000°21‘96E

 

Uns geht es gut.

Die Wetterlage bremst unseren Bewegungsdrang ein wenig aus, aber die Tide und der Wind sitzen in der Chefetage, da gibt‘s kein Gemecker, sonst fliegt man. So werden wir hier in Fecamp mit der Tide noch mal vertikal auf und ab gehen und dann morgen bei noerdlichen Winden mit auslaufendem Wasser einen laengeren Schlag segeln.

Es beschleicht einem schon ein ganz besonders Gefuehl, wenn man morgens von einem froehlichen Obermaat und einer verkuschelten Matrosin vorsichtig geweckt wird, und man ohne Schrecken feststellen darf, dass man sich mitten in einem lang ersehnten Traum befindet. Der allerdings auch sehr ungemütlich werden kann, das haben wir auch schon zu spueren bekommen. Mal von oben, mal von vorne, und einmal in einer verwirrend betonnten Hafeneinfahrt bei recht viel auflandigen Wind und ablaufender Tide auch von unten. Wie gut, dass unsere HITCH-HIKE-HEIDI ein drei-viertel Langkieler ist, die wurde für solche Dummheiten gemacht. Mit einem Kurzkieler waere die Unachtsamkeit nicht glimpflich ausgegangen. (Fuer Verstaendige: wir haetten eine franzoesische Backbord-Tonne (nicht rot/grün) als einlaufendes Boot Stb liegen lassen sollen, da von hier eine weitere Einfahrt in einen Hafen abging.)

Der Stress aus Welt Nr.1 klebt immer noch wie Schuppen an unseren Haeuten und man muss schon ordentlich schrubben, um sie abzubekommen. So ganz langsam fangen wir an, die Haefen zu geniessen und es stellt sich endlich sowas wie Sorglosigkeit ein. Die Kurzen haben sich dagegen fast ruckartig in ihre Rollen als echte Liveaboards gefunden. Die sind ploetzlich richtige Boaties, erkennen nach Fachkraftmanier mit halb zugekniffenen Augen an den schier unendlich langen Dalben im Hafen, ob gerade Lowtide oder Hightide ist und verbessern uns Alten schon mal, wenn man das fette Seegruen nachlaessig „Seetang“ anstelle Kelp nennt. Wahrscheinlich haben die aber auch keine Ahnung. Denn nennt man die Blaetter dann wie verlangt Kelp, kann es auch schon mal passieren, dass man total genervt angeraunzt wird, ob man denn nicht erkenne, dass das Trockenfleisch, ein Langschwert oder eben ein brennendes Holz des Lagerfeuers sei. Je nach abrupt wechselnder Spielphase natuerlich, die Schnuppi und ich immer so aktuell wie moeglich halten.

Wir haben hier eine Liste der gefuehlt wichtigsten Neuerungen an Bord. Ganz oben stehen: Der Dampfkochtopf (der in unserem spaeteren Leben auch eine herausragende Rolle spielen wird!) und unser Pactor. Supergut.

 

Wir sind richtig gluecklich ueber deine beiden dicken Fender, Achim, die tun hier gute Dienste an den ruppigen Schlegelstegen. Die „bezeichnete“ Tuete von Pia haben wir immer noch, die Ledertasche ist natuerlich ganz nach Volkers Geschmack und hat gleich einen fest verschraubten Platz am Kartentisch gefunden (mit Rohrzange und funckin big spanner drin).

Schnuppi meint aus dem HIntergrund, das interessiere doch alles keinen Menschen. Es mangele an Fakten.

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