Gran Tarajal (Fuerte)

Datum: 19.10.2011, 1600UTC Position: 28°14.41N 013°54.40W

Es dauert einen Moment, bis der Kpt. kapiert, was er sieht, obwohl es genau das ist, wonach er seit Wochen, wenn nicht Tagen! insgeheim Ausschau haelt.

Das Verwirrende ist die merkwürdig bewegungslose Art, mit der das Teil, das da knapp 20 Meter an Backbord achteraus aus dem Wasser ragt, schnurstracks hinter der HITCH-HIKE-HEIDI wie angebunden herzieht. Es bewegt sich wie ein schwarz-glaenzendes, plattgeklopftes Periskop, frisch lackiert und kampfbereit aus der HDW.

Ein U-Boot waere echt NOCH cooler gewesen, es ist dann aber nur eine gruselige recht große Flosse mit einem sehr wahrscheinlich entsprechend grossen Hai unten dran.

Befehle werden erteilt, Fernglas! Kamera! Tauchsachen! – aber dem Kpt. sin Fru ist schlau genug, sich das Teil des Tieres lieber selbst anzuschauen. Was da rausragt ist vielleicht etwas mehr als 40cm lang (vielleicht auch nur 12cm, egal), schmal, aber nicht spitz, sondern abgerundet. Und dann sackt es ab und ist weg. Soll heissen, man sieht es nicht mehr, was die Phantasie enorm stimuliert.

Vogelscheisse

Tolle Reise. Die Genua schlaegt und wird eingerollt. Wir laufen vorbei an der grandiosen Punta de la Entallada und an dem malerischen Fischerdoerfchen Las Playitas, das von der See aus gesehen an eine gut platzierte Salve weisser Moevenscheisse erinnert, die in den Bergen klebt und zum Wasser hin auslaeuft. Wir widerstehen der Verlockung in der kleinen Bucht vor Anker zu gehen, obwohl das gute Wort ‚RESTAURANTE‘ in grossen Buchstaben an einer der Hauswaende am Fusse des Steilhanges gemalt ist.

Der Anker faellt dann 3 Meilen weiter westlich vor Gran Tarajal. Luft ins Dinghy, alle Mann ins Beiboot und so schnell wie moeglich ueber den heissen schwarzen Sand in die „Cofradia de Pescadera“ am Hafen vor dem vier kleine Tische mit Coca-Cola  PVC-Tischdecken stehen. Drinnen sind die Tischdecken aus unglaublich laut knisterndem weissen Papier, aber die Auswahl auf der Karte ist gigantisch und erstklassig: Von Burro bis Muraene ist alles zu haben.

Die Stroemung streicht wechselweise an der Ostseite der Aussenmole (hinter der wir bei nunmehr Westwind gut geschuetzt liegen) in die Bucht rein, am Strand entlang und vor den Klippen aus der Bucht wieder raus. Zeitweise liegen wir die Nacht ueber wie in Beton gegossen, dann dreht der Wind wieder auf NE und wir beginnen stark zu rollen, da wir wegen der Stroemung quer zur Welle liegen. Dicht unter den Klippen liegt man offenbar deutlich besser. Am morgen gehen wir ankerauf und laufen in den Hafen, wo wir vom freundlichen Orden- und Kordel behaengten Wachpersonal mit Schlagstoecken am Guertel tipp-topp festgemacht werden.

„Nights how many?“
Ooch … 2 oder 3 Finger gehen hoch.
„Difficult, ARC, you know, race?“

Immer alles schwierig. Am Ende kann man dann doch liegen so lange man will. Die Quittung fuer die Liegegebuehr muss hier uebrigens fuer die nachfolgende Nacht jeweils zum Gran-Port-Capitan mitgebracht werden, wo das Datum mit Tipp-Ex geloescht und dann das Dokument fein saeuberlich kopiert wird.
Stempel drauf, denn Ordnung muss sein. 12 EURO, herzlich willkommen.
Aber guenstig, was soll’s …

 

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