Mindelo, vor dem Sprung

Datum: 15.12.2011, Position: 16°53N 025°00W Hafenvorfeld, Anchorage

Alles ist fertig, die Beschlaege sind wieder angeschraubt, Rettungskragen und Wassergenerator haengen wieder am Heckkorb. Die NUBIA ist schon los, wir versuchen sie anzufunken, koennen sie aber nicht erreichen.

Zwei Schweden mit ihrer schnuckeligen roten 26 Fuss Yacht laufen ein, die Tim und Claus von der KIRA und die Crew der RANCHO natuerlich kennen (logo, die kennen alle kuscheligen Boote mit blonden Skandinaviern drauf). NINA hat sich einen ueblen Infekt eingefangen, offenbar eine Reaktion auf Tabletten gegen Seekrankheit. Das wurde dann aber wohl so schlimm, dass die beiden die Kapverden anlaufen mussten. Sie berichten, dass die Sicht draussen wegen des „Harmattans“ gleich null ist und in Boen recht schnelle Luft unterwegs ist. Tim untersucht die Blondine sofort.

Das stehende und laufende Gut ist ueberzogen mit einer Wuestensandschicht, alles ist braun. Gerade als der Kpt. zum Mastcheck aufentern wollte, kommt das 4-Mann starke Kampfkommando der KIRA und RANCHO mit dem Dinghi. Geschichten werden gegen Bier und Cuba Libres eingetauscht. Das kann dauern. Der Kpt. haengt nach vielen Stunden das Steuerrad aus und lascht es an den Seezaun. Ein 4-stimmiges „JA! Ge—schafft“ erklingt und der geheime Auftrag der Truppe wird klar. Der Fachbegriff „gedankliches Reffen“ wird ins Leben gerufen. Der gefuehlte Druck muss raus. Ziel ist, die Moeglichkeit, Barbados noch rechtzeitig zu Silvester zu erreichen, absichtlich zu verbauen. Irgendwann treibt dann noch ein Schlauchboot, dass aussieht wie eines, das Claus gerade mit einem seiner beruechtigten Webeleinstegs festgemacht hatte, ueber die Bucht. Die schwedische Yacht ist am naechsten dran, Ola muss springen und das Beiboot zurueckholen. Stehende Ovationen.

So wie es aussieht geht es tatsaechlich ohne Erfolgsdruck ueber den Atlantik.

Ein Katamaran legt sich zur einbrechenden Dunkelheit auf gleiche Hoehe neben uns. Der ist uns zu nah. Wir lassen 10 Meter der grosszuegig gesteckten Kette in den Kasten rasseln. In der Nacht schwoit dann unser Heck ganz knapp an seinen Bugen vorbei. Die Nacht ist stuermisch und so gesehen vielleicht ja keine schlechte Entwicklung, dass wir noch eine Nacht hier geblieben sind.

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