Atlantik 3 – Wale an Steuerbord

Datum: 19.12.2011, Position: 15°01,78N 032°10,31W

Windstaerke: 4 Bft Windrichtung: 60°-70° Welle 3-4, N/E mit Anteilen aus E Bedeckt, zeitweise sonnig

Vorgestern Nacht haben wir unweit von uns an Steuerbord einen Segler um die 12m gesehen und angefunkt. Der hatte leider keine Hoerwache und so verschwand das Boot unbekannterweise stark rollend in der Dunkelheit achteraus. Vielleicht trefft ihr ihn ja noch, RANCHO und KIRA…

Eine Zeit lang begleitet uns ein Schwarm Bonitos, die spaeter sogar anfangen, neugierig und uebermuetig zu springen, um uns von der Seite zu betrachten.

Kleine schwarze schalbenaehnliche Voegel gleiten voellig irre durch die Wellentaeler. Die scheinen sowas wie Land gar nicht zu kennen. Wir fragen uns, was die hier so zu fressen kriegen…

Aber das fast-Beste sind die unendlich vielen, witzigen Fliegende Fische, die immer etwas hastig und hecklastig durch die Gegend schwirren. Wenn sie glauben, ihre Reise durch die Luft verlaengern zu muessen, ditschen sie mit ihrem Schwanz aufs Wasser und nutzen die Wellenkaemme als Sprungschanzen, bis sie dann absolut unelegant wieder ins Wasser klatschen. In der Nacht attackiert uns ein solches Geschwader und trommelt an die Backbord Bordwand, direkt neben dem Kpt. sin Kopp. Die Gluecklichen, die dem Aufprall mit einem Flugmanoever nach oben verhindern koennen, starren uns am naechsten Morgen mit grossen ausgetrockneten Augen auf dem Deck liegend an. Die vier Fischleichen werden wie immer von Jonne und Line mit einer kurzen Andacht ueber Bord befoerdert.

PHAENOMENAL! Gerade eben taucht neben uns eine Herde Wale auf. Sofort stuertzt alles von unten nach oben an Deck. Die Tiere haben Aehnlichkeit mit Orcas, sind allerdings schwarz und ihre Rueckenfinnen sind sichelfoermig. Sie kommen bis auf 15-20 Meter an uns ran und ziehen dann weiter. Womoeglich Grindwale oder Pilotwale?

Mal gut, dass sich unser Horizont in einem sehr ueberschaubaren Umkreis von ein paar wenigen Meilen zu einem Kreis schliesst. Ich befürchte, dass uns die Hasenherzen in die Shorts rutschen würden, müssten wir die Weite des Ozeans, auf dem wir hier schaukeln, als Ganzes erfahren.

Die Genua ist bumsfest ausgebaumt, ein 1 Meter langer Riss im Unterliek vom Schlagen vorgestern wird mit 200 Stichen oder so genaeht; das neue Dyneema-Gross steht wieder seit gestern wie eine perfekte Form aus Blech. Den Baumniederholer fahren wir von der Mitte des Grossbaums ueber die Fussreling, was ein echter Bringer ist. Das Achterliek laesst sich viel besser kontrollieren, wir sind schnell und rollen so gut wie gar nicht. Im Moment machen wir teilweise ueber 8 Knoten, was aber auch an einer gerade eben erwischten besonders starken Stroemung liegt. Wir sollten jetzt eigentlich so um die 6-7kn üG machen. Das letzte Etmal lag bei 140sm (teilweise nur unter Genua). Mal sehen was das naechste so bringt.

Liebe NUBIA, hast du mich mehrfach im Verteiler? Wir haben deine Nachricht in 3-facher Ausfuehrung bekommen. Wir hoffen dir gehts gut. Liebe RANCHO und KIRA, ich hatte bei der vorletzten Funkrunde japanische OM auf der QRG. Wollen wir uns noch ein paar Ausweichfrequenzen ausgucken? Die Funkrunde heute Abend hatte ich verpasst und hoer nochmal um 2000UTC rein. Vielleicht seid ihr ja on air.

Lieber ADMIRAL! Alles in Butter – der Kutter laeuft! Liebe Gruesse von allen auch an deine liebe Frau und die Kurzen!

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