Ria de Muros II

Ria de Muros,
Datum: Montag 22.08.2011
Position: 42°46’56N 009°03‘41W

Der Kapitän der Röde Orm fragt über Kanal 72 um 1200 Ortszeit vorsichtig an, ob schon jemand wach sei. Die Crew der Röde Orm zog wohl schon vorm Einschlafen die grundsätzliche Sinnhaftigkeit eines Ankeraufgehens  in Frage, eine Phase, die Schnuppi gerade durchläuft. Womöglich bleiben wir also. Die Frage, was wir am Haken haben, bleibt noch ungeklärt.

Es gibt ein leckeres Frühstück mit echtem spanischen Zitronenjoghurt, die Kinder spielen in der Vorpiek und die Alten genießen die Ruhe. Mal schauen was der Tag bringen wird.

Wir lassen die Maschine laufen, um die Batterien aufzuladen. Das Dinghy schiebt sich heimlich unter das Heck und lässt sich mal so richtig mit Kühlwasser volllaufen!
Maddeks IPod dudelt eine Uraltversion von Frank Sinatra und die kleine Line fängt sofort an zu weinen. Sie vermisst Opa G. und Oma S. Ihr Bruder lässt sich das nicht nehmen und stimmt mit ein. Eine nicht endende Liste von Vermissten wird in Erinnerung gerufen: Oma Bitta, Opa H., Oma I., Mattis, Willi, Lasse, Mads, Kalle, Felix, Maite, Toni, Lilli, Paulina, Florian, Merle, Frau Negel, Frau Simons, …

Unser Knatterdeng bringt uns noch mal zu den RÖDE ORMS in den Hafen. Christian von der THOR schlurbt verschlafen-lächelnd über den Stegfinger und gibt die Uhrzeit durch, die dem Kpt. der HITCH-HIKE-HEIDI wie eine Dachlatte ins Kreuz fährt. Ein echter Schocker. Es ist kurz vor acht. ABENDS! Die Planung des Tagesablaufs wird sofort korrigiert und dem neuen Informationsstand angepasst. Kurz darauf gibt es dann wieder zum-Ausflippen-werden-leckere Langostinos und Pollo in einem der Restaurants. Schnuppi fragt Jonne, was denn der Papi so beruflich machen würde. Die klare Antwort: „Anker auswerfen und Boot festmachen“. Mama: „Einkaufen. Äpfel, Gemüse, Nudeln, Pestoff (ein Insider: Gemeint ist Pesto, was dann immer mit gelächter einhergeht), Brot, Yoghurt“. Wir wollten beide auf etwas anderes hinaus, aber die Antwort überzeugt uns und wir nicken zustimmend. (Röchtich!)
Der Rückweg führt uns natürlich wieder zur RÖDE ORM, es gibt wie immer reichlich von allem. Nach und nach trudeln alle anderen ein und das Freibord der kleinen Shipman schrumpft zunehmend bis auf einen kleinen Rand. Die RÖDE ORMS leben tatsächlich unter dem Wasserspiegel! Phänomenale Familie. Ein kleiner Teil der Runde startet eine Diskussion mit der Leitfrage: „Wer ist denn nun dieser Gott“ und verirrt sich zunehmend in totaler Ahnungslosigkeit.
Die gesalzenen Sonnenblumenkerne haben es um sich. Das Salz lässt die Zunge leicht aufquellen und irgendwann fühlen sich die Finger an, wie aufgepilzte Schotenden. Schön war‘s. Wir verlassen das Schiff, das wieder ein Stück weit nach oben kommt.

Wir knattern zum Boot, wickeln uns noch die Kevlarleine um die Schraube, die sofort schmilzt. Ach ja.

 

 


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One Response to Ria de Muros II

  1. Co_ki_net says:

    Oha. Die Schraube ist geschmolzen? Nicht schlecht! Ab jetzt rudern? Oder habt ihr schon ne Neue geschnitzt?

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