Grenada – Wer hat an der Uhr gedreht …

Im Allgemeinen wachen wir an irgendeinem Punkt des Vormittags voellig zeitbefreit auf.
Dann klatschen wir in die Haende und lachen. Danach sind wir gluecklich.
So machen wir das.

Manchmal gibt’s eine Guten-Morgen-Funkrunde mit unseren lieben Freunden der RANCHO, NUBIA und TIMPETEE in der Anchorage und wir sprechen uns ab, was es so zu unternehmen gibt. Leider nicht mehr oft, denn hier in St David’s Harbour werden sich unsere Wege demnaechst fuer’s Erste trennen. Die KIRA hat sich ja schon von Barbados aus nach Martinique abgesetzt.

Zu dumm, dass Jonne und Line erst in knapp einem Monat Geburtstag haben.
Das wird eine traurige Party werden, denn dann schaukeln alle ihre Freunde  (Niclas von der NUBIA, Bruno und Viola von der RANCHO) – und nicht zuletzt auch unsere Freunde – irgendwo in entlegenen Buchten der Windward- oder der Leeward-Islands vor Anker.

Ach, was soll’s. Zeit ist fuer den Kpt. un sin Fru mittlerweile ein ziemlich lockeres Gefuege. Dann wird der Zeiger eben ein wenig nach vorne gedreht, bis es passt. Die Kinder kennen das ja schon. Schliesslich hatten die beiden ihren eigentlichen gemeinsamen Tag der Geburt ja auch schon deutlich vorgezogen…

„Uebermorgen feiern wir euren Geburtstag“  heisst es dann ploetzlich – und die Vorbereitungen laufen sofort an.

Wow. Gefuehlt war dieses Jahr wirklich sehr kurz! Line malt selbstgeschriebene Einladungskarten (Blume + Line + Jonne) auf gelbe Post-It-Zettelchen und klebt sie an die Dingis, ein Tisch in der Strandbar wird reserviert, die obligatorische Schatzkarte wird gezeichnet, Spiele werden ausgeheckt und zusammengestellt, die umliegenden Boote (oder deren Besitzer) backen Kuchen und Schoko-Muffins.

Haha, laeuft doch… Bis wir unseren Kurzen erklaeren, dass der eigentliche Geburtstag EIGENTLICH erst in ein paar Tagen sein wird. Line findet das fuerchterlich, denn sie will echte 5 sein. Jonne vergewissert sich nur kurz, ob es auch wirklich Geschenke gibt und kann dann Lines Bedenken gar nicht nachvollziehen. Waehrend Line das vorgezogene Fest als etwas „peinlich“ einstuft, sieht Jonne den zeitlichen Aspekt als einen klaren Vorteil.

(Die Loesung ist einfach aber aufwendig: Der Kpt. fuellt mit 340 Strichen, einen fuer jeden Tag, den sie seit dem letzten Geburtstag schon abgearbeitet haben, ein ganzes Blatt. In einer Ecke findet sich kaum noch Platz fuer die laeppischen 25 Striche, die noch bis zum chronologischen Geburtstag zu leisten sind. Ja, und angesichts des massiven Ungleichgewichts der Gegenueberstellung empfindet dann selbst Line eine uebertriebene Genauigkeit bzgl. des Zeitpunktes, wann man denn nun fuenf ist, fuer unerheblich. Und den richtigen Geburtstag gibt’s, wenn die Omas und Opas anrufen.

West Indies: No Problem. Puh-hae, gerade nochmal gut gegangen…)

Am vorbestimmten Tag vibriert die Vorpiek, bevor es richtig hell ist. Line weckt Jonne (normalerweise immer anders herum) – und  wir merken, dass dieser Tag durch nichts vermiest werden kann. Nicht mal durch die bleischweren Regenwolken, die Unmengen an Wasser auf uns herablassen. Die Kurzen springen aus ihren Kojen und zittern am ganzen Koerper vor Freude. Das Boot ist innen wie aussen vollgehaengt mit Luftballons, ein Minizelt steht im Salon mit einem kleinen Berg Geschenke drin. Der ausziehbare Bastel- und Maltisch ist mit einer weissen Tischdecke gedeckt. Die beiden mit Marshmallows drapierten Kuchen halten den Angriffen nicht lange stand und werden nach einem kurzen Kampf eingenommen und verdaut.

Am Nachmittag geht’s bei Sonnenschein los. Die Indianerpiraten finden, wie so oft, eine Schatzkarte. Dieses Mal gilt es keinen Schatz zu finden, sondern 5 Geheimplaetze im und am Urwald, auf denen 5 lebensnahe Aufgaben, fuer jedes Jahr eine, bewaeltigt werden muessen.

Zu allererst muss eine Mutprobe bestanden werden, bei der ein mit Mehl gefuellter Luftballon mit einer auf dem Kopf montierten Nadel zerstochen werden muss. Nicht ganz ohne, denn die Busch-Indianer bekommen ihre weisse Kriegsbemalung explosiionsartig verpasst!

Die zweite Pruefung: Die Positionsbestimmung in Form von Topfschlagen..
Wie im echten Leben wird blind in der Gegend herum gestochert, bis man endlich das Ziel trifft.

Die dritte Pruefung:
Das Taxirennen in Anlehnung an die aufregenden Hoellenfahrten mit total ueberfuellten, dafuer aber kaputten Bussen bis zum totalen Kontrollverlust. Die Kinder koennen hier direkt aus ihrem gemeinsamen Erfahrungsschatz schoepfen: Wer lebend in die Naehe des Zieles kommt, hat gewonnen.

Die vierte Pruefung betrifft den Bereich Nahrungsbeschaffung im Busch. Und wie so oft im Leben haengen die leckeren Trauben immer ganz oben.

 

 

 

 

 

 

Rettet die Plastik-Karettschildkroeten!

 

 

 

Die fuenfte und letzte Pruefung ist eine Suppenschildkroeten-Rettungsaktion. Die Karettschildkroeten muessen ausgebuddelt und mit 3m langen Schnueren auf ein Bambusrohr aufgerollt werden, bis die Tierchen endlich das rettende Wasser erreicht haben.

 

 

 

Marshmallows von Lianen abknabbern, gibt’s dann als ein Extra obendrauf. Mehr geht aber auch nicht. Die Kurzen sind voellig erschoepft. Um 6 Uhr gehen das Tageslicht aus und das Lagerfeuer an. Eine Kokosnuss wird von einer Palme gehauen, mit der Machete nahezu fachmaennisch geoeffnet und mit Rum geschmacklich in Richtung “Pangalaktischer Donnergurgler” * abgerundet. Die Fleischversorgung von Davids COBB-Grill ist mittlerweile ja schon legendaer…

Habt vielen Dank fuer die Kuchen, die Fotoreportagen und all eure herzlichen Bemuehungen.
Diese Party war ein Kracher!

(*Pangalagtic Gargleblaster: Experten wissen Bescheid)

 

 

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2 Responses to Grenada – Wer hat an der Uhr gedreht …

  1. SY Supermolli says:

    wie schöön!!! ich sach nur, ich würd als anhalter mitfahren..

  2. Kpt. says:

    Gabbleblotchits on a lurgid bee! Nur zu, bei uns Vogonen ist immer eine Koje frei! Nach unseren Berechnungen werden wir im Juni wieder auf das Festland aufprallen.

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