Union Island -> Tobago Cays

Chatham Bay, Union Island

Nach ueber dreitausend Meilen koennen wir endlich wieder unsere lieben Freunde von der THOR mit Getroet in der Chatham Bay vor Union Island in Empfang nehmen. Wir freuen uns alle riesig, als ploetzlich der weisse Eisenhammer mit dem unverwechselbaren roten Schriftzug an der Bordwand in der Bucht aufkreuzt. Das letzte Mal hatten wir sie in Portugal getroffen. Sie paddeln zu uns rueber und es werden sofort Reisetipps ausgetauscht.

Wir lernen endlich Mel und Nick von der BORNE kennen, die mit ihrem 9m Holzboot unterwegs sind. Nick ist Freediver – der dem Kpt. erst mal zeigt, wie man richtig unter Wasser arbeitet. Er legt sich naemlich mit seiner panzerfaustartigen Speargun reglos in 10m Tiefe auf den Grund und wartet, bis ein Barrakuda vorbeikommt. Die Bucht ist voller Fische, der Strand hier ist weiss und endlos, und die boat boys und Betreiber der einfachen Bars sind ungeheuer nett (You can bring your own fish and chuck it on the barbie, I will provide the side dishes if you like. The price is up to you.). Unsere Fische landen dann auch fast jeden Abend auf dem Grill von Tims Bar ganz im Norden der Bucht.

Eine Mooringboje hatte sich zum Jahreswechsel von ihrem Grundgeschirr geloest und ist mitsamt des daran festgemachten 50ft Katamarans auf eine letzte kurze Reise auf die Rockies gegangen. Der Strandbereich ist gesaeumt mit Bruchstuecken der Yacht. Never trust a mooring. Das ausgeweidete Wrack kracht und zuckt in der Brandung, dass einem angst und bange werden kann. Es wird vom Kpt. un sin Sohn sofort mit einem grossen und einem kleinen Eimer Werkzeug auf verbliebene Beschlaege hin untersucht. Ein Schlachtfest fuer die beiden Strandraeuber. Die Beute: Ein Facnor Travellerschlitten, der auf unsere Harkenschiene passt, ca. 100 V2A Holzschrauben, ein Sack voll Teakholzleisten und ein krummes VA-Blech, in dem Jonne sofort einen unschaetzbaren Wert erkennt und in den Guertel klemmt. In dreien der Teakhoelzer erkennt der Kpt. die passenden, dringend benoetigten Leisten fuer den vorderen Niedergang, der zum Buecherregal umfuntioniert wurde. Und tatsaechlich stimmen die Bohrungen auf den Millimeter!

Wir bleiben knapp eine Woche in der Traumbucht.

 

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Horseshoe Reef, Tobago Cays

Die anderen Boote sind bereits weiter in den Norden in die Tobago Cays gezogen. Wir verlaengern unseren Urlaub um einen Tag. 6 Fische werden fuer Roberts Geburtstagsparty noch aus dem Riff besorgt, bevor wir dann auch ankerauf gehen und hinterher segeln. Richtig erfolgreich war allerdings nur Robert, der einen beachtlichen Barrakuda gefangen hat. (Bilder zum Fisch gibt’s auf der TIMPETEE-Seite, siehe Das Monster und die Cays). Der Kpt. der TIMPETEE hat uebrigens ein Buch geschrieben, das wir natuerlich alle gelesen haben – man kontrolliere also an dieser Stelle die Vollstaendigkeit seines Buecherregals und leite bei einer Luecke entsprechende Massnahmen zur Behebung ein…

Lesetipp

Wir steuern das Riff der Tobago Cays vom Sueden her an und werfen puenktlich zur Party den Anker westlich des horseshoe reefs. Das Wasser unter uns ist unsichtbar und unser Boot schwebt wie ein Raumschiff im luftleeren Raum ueber einer seltsam ueberbelichteten hellblauen Erde. Beim Ankercheck wird schnell klar: hier gibt es sehr viele sehr grosse Fische. Aber das Riff ist taboo. Wir kaufen also einen halbtoten Lobster fuer Robert von einem boat boy (der das Tier mit Sicherheit auch aus dem Riff hat), haben aber vergessen, dass das Geburtstagskind an einer schlimmen Rezeptorenkrankheit an der Zunge leidet. Ganz aehnlich der Umkehrung des heiss-kalt Empfindens bei einer Ciguateravergiftung, fehlinterpretiert der arme Mann naemlich das nicht zu uebertreffende kulinarische Erlebnis eines geroesteten Krustentieres als minderwertig.

„Datt schmeckt nich“, sechter, der Bremerhavener.
„Ich ess ihn natuerlich trotzdem“, fuegt er schnell hinzu, als er unsere erschrockenen Gesichtsausdruecke analysiert. Der Rest des Gelages erbarmt sich spaeter mit grosser Hingabe des 5min gekochten, dann geroesteten Lobsters. Die anderen Fische werden ueber dem Lagerfeuer knusprig gebraten, waehrend die Kinder mit gluehenden Fackeln unter den Palmen durch die Nacht laufen. (Bilder gibt’s auf der Seite der NUBIA unter Tobago Cays, Canouan und Bequia)

Am naechsten Morgen bringt Robert Wetterinfos. Der Wind soll zunehmen. Die TIMPETEE geht ankerauf und macht sich auf den Weg nach Bequia. Der Kpt. un sin Fru finden die Ansage auf dem SSB Wetterfax bestaetigt. Es werden zwei Moeglichkeiten diskutiert: Entweder Schutz suchen hinter Petit Bateau und eingeweht werden – oder das Zeitfenster nutzen und nach Canouan aufbrechen. Die Entscheidung faellt schnell und wir segeln der NUBIA hinterher.

Leider muessen wir uns jetzt von der THOR verabschieden, dieses Mal wohl fuer sehr viel laenger…
Gute Fahrt, liebe Christine und lieber Christian. Passt gut auf euch auf!

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One Response to Union Island -> Tobago Cays

  1. Christine und Christian says:

    Hallo ihr Lieben!
    Wir haben uns auch total gefreut, euch noch einmal zu sehen, bevor es in unterschiedlichen Richtungen für uns weitergeht! Es war eine tolle Woche mit euch!!! Habt ne gute Heimfahrt und wir würden uns freuen, wenn wir ab und zu wieder mal was von euch hören!
    Fair Winds!
    Christine, Christian und THOR

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