Atlantik 17

Datum: 26.05.2012

TIME: 2012/05/26 # COMMENT: Maschine laesst sich nicht starten COMMENT: 38kn Windkn 200°, Speed 8-9kn, Kurs 110°

Tag 17

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Der Wind frischt auf 38kn auf (in den Spitzen) und ist durch die dichtere kalte Luft deutlich kraeftiger, als die warmen Winde in den suedlichen Breiten. Wir muessen etwas hoeher halten, sonst rutschen wir auf die Nordseite von Failal. Wir bekommen jetzt den Wind nicht mehr von achtern, was unangenehm ist. Waehrend die eine oder andere Welle mit ordentlich Druck uebers Deck geht, sitzen die Kurzen am Tisch im Salon und machen Schule. Das ist nicht zu fassen – die Kinder kuemmern sich nicht die Bohne um die Bedingungen draussen. Auch nicht, ob die Maschine funktioniert oder nicht. Wichtig sind nur die Playmos, der Spiderman oder die Kuscheltierfarm. Wenn nicht gemalt oder gelernt wird, wird gespielt.
Das kommt uns gelegen, denn so richtig wohl ist uns nicht bei der Vorstellung in die Auslaeufer des angekuendigten Sturmtiefes zu geraten und ohne Maschine in den Hafen von Horta einlaufen zu muessen – und wir sind froh, dass sich die Kinder von diesem flauen Gefuehl nicht anstecken lassen.

Wir geben die Arbeiten an der Maschine auf und bereiten uns auf ein Ankermanoever unter Segeln im (fuer solche Situationen idealen) grossen Innenhafen von Horta vor. Was mit unserem Boot allerdings nur bedingt Spass bringt und wenig zu Freudengeschrei anregt: Der alte 3/4 Langkieler mit einem ausgepraegten Skeg besticht in Hafenmanoevern durch ballerinaartige Bewegungsmuster einer nassen Kuh im Morast… Die vordere Batterie fuer die Ankerspill wird noch einmal durch die Wind- und Schleppgeneratoren vollgeladen; die Ankerkette, die sich durch die heftigen Bewegungen in sich verkeilt hat, wird durch den Zugang zum Ankerkasten in der Vorpiek auseinandergepult und zum Fallen klar gemacht; das Grossfall wird in Achten aufgeschossen, damit es beim Bergen nicht verkinkt.

Der Kutter laeuft gut. Herb von der SOUTHBOUND II und unsere Shorecrew um Admiral Steen kuendigen ein weiteres Sturmtief an, dass im Norden der Azoren durchziehen wird und uns im suedlichen Randbereich mit 30+ Windknoten versorgen wird, wenn wir nicht vor Montag im Hafen sind. Bei den Bedingungen, die z.Z. vorherrschen sollte das kein Problem sein, selbst wenn der Wind laut Gribfiles auf 12kn abnehmen sollte. Wir kuendigen unsere ETA bei Daniel von der LUNA und in der Funkrunde ueber SSB fuer morgen frueh zwischen 0600 und 0800 UTC an.

Uns besucht nun fast jeden Tag eine andere Delphinart. Mal sind es riesige Torpedos, die sich offenbar genauso fuer uns interessieren, wie wir uns fuer sie, mal sind es kleinere. Gestern sprangen kleine schwarze Tiere mit einem weissen Streifen und einer fast unterdimensionierten Fluke eine ganze Weile neben uns her. Es ist immer die gleiche Form der Begruessung: Sie kommen von achtern und machen in der Hoehe unseres Cockpits auf sich aufmerksam, bevor sie in der Bugwelle spielen. Fuer Line und Jonne immer ein Hoellenspektakel mit viel Geschrei und Gewinke. Wale haben wir leider noch keine gesehen, obwohl SEEVONK schon vier Sichtungen hatte.

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One Response to Atlantik 17

  1. Katja says:

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! Schön, Euch im Hafen zu wissen.
    Liebe Grüsse von der Nubia-Crew

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