Törn 2017

Guernsey – Chenal du Four – Camaret sur Mer

TIME: 2017/15/09  11:00 LATITUDE: 49°27.3 N LONGITUDE: 002° 32,09 E MARINE: YES WIND_SPEED: 14 WIND_DIR: 300 WAVE_HT: 1M SWELL_DIR:   SWELL_HT:  M CLOUDS: 5% BARO: 1019 TREND: 0 COMMENT:

TAG 3 nach C’s Geb.

Die Windfenster, in denen wir uns in Rg. West bewegen können sind halt klein und selten. Aber das hat auch seine guten Seiten: man muss nicht segeln! Guernsey ist eine Hammerinsel und auch die kleine Nachbarinsel Herm ist zum-verrückt-werden schön. Sie soll zwei der schönsten Strände der Welt haben, wie Line und Jonne rausgefunden hatten. Wir haben das natürlich untersucht; die Sandstreifen bei Mouliere auf der Ostseite sind total irre. Man kann beim Mouliere an der Ostseite bei West sogar super auf gutem Grund (Sandpatches) ankern.

Auf Guernsey ist echt viel los und es fällt überhaupt nicht schwer, die Leinen hier fest zu lassen. Am Anfang gab’s ein Autorennen mit z.T. selbstgebauten Rennwagen den Berg rauf. Heute wurden wir zufällig Zeugen von dogfights von WW2 Flugzeugen am Himmel über uns, Lancasterbombern, Hurricanes, Spitfires und Akrobatik Doppeldecker. Die Doppeldinger haben da mal eben die Physik am Himmel ausgeknipst: Die standen da 7sec oder so senkrecht in der eigenen Wolke am Himmel (die Luftschraube als Helirotoren), sind wie Mosquitos über die Längsachse gepurzelt, oder den ganzen Küstenstrich entlang gedonnert – die Flügel senkrecht (!) mit den Auftrieb nur über den Rumpf… , genau wie du mal aerodynamisch rumfantasiert hattest, Mike, … Looping Kopf außen. Uagh. Ich hab eine Ahnung wie danach die Kanzel von innen aussah. Oder die haben gar keine, kann auch sein, und dann weiß ich auch warum.

Morgen mittag (15.09.) geht’s nach 15 Tagen Guernsey wieder weiter Rg. Camaret sur Mer, unser Absprunghafen durch die Biskaya. Wen’s interessiert – hier die Törnplanung:

Neben dem Wind gibt es drei Parameter, die wir nicht frei wählen können:

1) Den Zeitpunkt, wann wir den Hafen verlassen (denn der hat einen Sill, also eine Mauer, die einen Mindestwasserstand im Hafen bei Niedrigwasser ermöglicht) -> spätestens HW lokal +2 Std.
2) Den Zeitpunkt, wann wir nach Süden bzw. später West gehen können (Strom) -> HW Dover -1 Std.
3) Den Zeitpunkt, wann wir in den Chenal du Four (der Kanal zwischen Ile d’Quessant und den Westzipfel Frankreichs) können -> am 16.09. müssen wir bei HW Brest, also ca. 1350 UTC vor der Tür sein. Bisschen vorher geht auch.

1) und 2) kommt ungefähr hin: HW lokal ist 1357 UTC, HW Dover ist morgen 1857 UTC -1 macht 1757 UTC, dann gibt’s südsetzenden Strom. Wir müssen also kurz am Wartepontoon außerhalb des Hafens warten.

An der Gate in den Chenal du Four kentert die Strömung am 16.09. etwa um HW Brest (1351 UTC) – Wir haben also etwa 20 Std. für 105 sm bis LT Le Four. Bei zu erwartenden 12-17kn Wind aus Nord dürfen wir nicht schneller als bummelig 5 kn sein, dann haut’s hin (unsere geschätzte Durchschnittsgeschwindigkeit würde ca. 6,5kn sein). Falls was dazwischen kommt können wir L’Aberwrac’h (96sm) anlaufen, wo wir vor 5 Jahren schon mal waren.

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Camaret sur Mer

TIME: 2017/17/09  11:00 LATITUDE: 48°16.7 N LONGITUDE: 004° 35,35 W MARINE: YES WIND_SPEED: 14 WIND_DIR: 338 WAVE_HT: 1M SWELL_DIR:   SWELL_HT:  M CLOUDS: 50% BARO: 1016 TREND: 0 COMMENT:

 

Es gibt immer so gewisse Unstimmigkeiten zwischen einem guten Vorhersageprogramm auf dem Rechner und einer meist nicht so guten Wirklichkeit auf dem Wasser. Die eine ist, dass sich das Wetter manchmal nicht an die Vorhersagen hält. Die andere ist, dass sich Zahlen sehr viel angenehmer lesen, als sie sich nachher anfühlen.

Nach dem Ablegen saßen wir Vier glücklich auf dem Deckshaus, blinzelten in die Sonne und liefen mit dem Strom zur Südspitze von Guernsey. Im Westen unter Land zog eine Schule Delfine mit uns; schön war’s. Dann gingen die Schoten dichter. Das war dann der Punkt, als die Sache mit den Zahlen ins Spiel kam: Eine 2m hohe alte Welle rollte von der Seite um die Südspitze von Guernsey, mit 20+ Windknoten ist etwas mehr Druck in der Luft, als angesagt und entsprechend schnell pflügte unsere Alte mit 8-9kn durchs Wasser.
Zu hohe Geschwindigkeiten sind nun echt nicht unser vordringlichstes Problem. Aber wir wollen nicht zu früh im CHenal du fur ankommen und jetzt konnten wir unsere Kuh aus irgendeinem Grund aber kaum bremsen. Im ersten Reff und mit halb eingerollter Genua rollten und stampften wir immer noch mit über 6kn Fahrt durch die Nacht. Das hat einmal mehr so ziemlich alles von uns abverlangt – und ich hab alles aus mir rausgeholt. Auch die inneren Werte, und das gleich zwei Mal! Der Rest lief nach Plan in die richtige Richtung.

Heute keine Schule.

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Piraterie

Dies  ist eine feindliche  Übernahme! Oder heißt es freundliche Übernahme? Dieser Blog ist Total verwaist! Wir sind schon über acht Wochen unterwegs und fasst überhaupt nichts ist hier geschehen; das wird sich jetzt ändern  ich bin ein Blog-Pirat und werde diesen Blog wieder in den Gang bringen. Hallo Ich heiße Line, bin zehn Jahre alt und bin für eine Piratin noch ziemlich jung. Meine Familie und ich Leben auf unseren Boot Hitch-Hike-Heidi, eine Alden die aus Amerika kommt. Sie ist Schneeweiß und hat einen blauen Strich unten am Rumpf. Wir haben Sie schon seit zehn Jahren in unserem Besitz und  auch die letzte Tour, von 2011-2012, haben wir mit ihr verbracht. Mein Bruder und ich haben fernschule. Das bringt mir ziemlich viel Spaß! Und ich bin auch mit Feuereifer dabei.

Ganz liebe Grüße an meine Oma Sigi, mein Opi Popi  Gerdi , Oma Ingrid und Opi Hans.

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La Coruna

Stapf, buff, bumm hörte ich als mein Vater und mein Bruder zurück an Bord kamen. Wie versprochen hatte mein Vater sich die Mühe gemacht und ist um 11 Uhr zu einem Fußballstadion gegangen, in der Hoffnung noch zwei Karten zu bekommen. La Coruna gegen Getafe lautete das Spiel. Anscheinend war das Spiel gut, denn ich hörte die erfreute Stimme meines Bruders das Schiebeluk aufmachen. „Und wie war’s?“ fragte meine Mutter, als ich dabei war mein Buch namens Animox (sehr empfehlenswert!) zuzuklappen. „Sehr gut, La Coruna hat gewonnen!“ antwortete mein Bruder. Länger  haben wir uns nicht darüber unterhalten  bzw. ich habe nicht  länger zugehört weil mein Buch einfach zu spannend  war.  Naja, in der Zeit wo mein Bruder und mein Vater im Fußballstadion gesessen haben, waren meine Mutter und ich shoppen, für den Flug nach Hamburg, der am Montag los geht.  Wir haben ein Mini-Schrott- Koffer und einen blauen mit einem Stern bedruckten Rucksack gekauft.  Danach waren wir im Supermarkt dort haben wir hauptsächlich  Brot einkassiert. Da einkaufen immer sehr langweilig  und  anstrengend  ist habe ich als Belohnung  noch ein Eis bekommen. Und so ist mein anstrengender und voll bepackter Tag verlaufen.

Tschüss und bis zum nächsten Blog eure Line.  

 

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