das Boot

 

John G. Alden 44, 1036G, Hull No. 7

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Die HITCH-HIKE-HEIDI  II in der David’s Harbour Bucht, Grenada, W.I.

Alden 44, Semi-custom, tall rig version

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Alden 44 (cutter) photo on sailboatdata.com

Unsere Hitch-Hike-Heidi vor knapp 35 Jahren, damals noch Discovery mit Robert P. Knight

Als unsere Kinder Line und Jonne (nach einem Fruehstart, aber ohne DSQ!) gerade die Lichter der Welt erblicken, befaellt uns ein ploetzlicher Nestbautrieb. Wir schauen uns mit zunehmender Besorgnis mehr oder weniger schoene Haeuser an, bis meine liebe Frau (nicht der Kpt.!) eines Morgens folgenden Satz sagt.
Es ist vielleicht der Zweitschoenste meines Lebens:

“Ich will kein Haus – ich will ein Boot und mit dir die Welt besegeln”.

Dieser folgenschoene Satz (genau genommen ja zwei) explodiert wie ein Sprengsatz. Alfred, unser treuer Freund, Ex-Professor und Bootsbaumeister wird zu Rate gezogen und in die Karibik ausgeflogen, wo er einen einsamen Geburtstag auf den Virgin Islands verbringt, und von dort aus von Boot zu Boot geschickt wird.

Nach drei Ansaetzen (eine SKYE 51, eine CHEOY LEE 50, und ein Boot, dass so schlecht war, das ich die Werft vergessen habe) findet der Mann mit der Glaswolle auf dem Kopf schliesslich eine John G. Alden 44 aufgepallt im Hafen der Hinckley Werft auf Rhode Island. Sie hat eine Verdängung von 10,8t, ist 13,44 m lang, 3,80 m breit, und beherbergt in einem 5t schweren Bleikiel ein hydraulisch ausfahrbares Schwert, welches den Tiefgang von 1,50 m auf 2,80 m erhöhen kann. Sowohl der Rumpf als auch das Deck bestehen aus Vinylester Harz und haben einen vakuum gebackenen Balsa-Sandwich Kern.

Dass wir da ein Exemplar eines der feinsten Yachtwerften Amerikas vor uns hatten (siehe das etwas verstaubte Buch von Ferenc Mate, “The World’s Best Sailboats”), ahnte derzeit allenfalls unser Boatscout.

Sie wird gekauft und zu dritt auf der Grosskreisroute ueber den Atlantik gesegelt.
Die Ueberfahrt zu dritt mit Alfred und meinem lieben Soldaten Brach ist keine Kaffeefahrt.

Hier das Logbuch. Kursivgeschriebenes wurde jeweils kurz im Anschluß nachgetragen.

 

 

                              Logbuch der HITCH-HIKE-HEIDI  II

                             Atlantiküberquerung 1 auf der Großkreisroute

LOGBUCH

 

Hitch ° Hike ° Heidi

 


 

Rhode Island – Guernsey – Laboe

Mann auf Brücke?

 

 

 

TAG 1
Freitag, 27.08.
Baro 1034 Sonne
Wind SE 0-0,5Kurs 210°Fahrt
Nach 10 Tagen Instandsetzung noch 10 Minuten bis die Leinen los kommen. Wir verlassen Melville Harbor Hinckley Yachts auf Rhode Island, nördl. Dyer bei Sonne und moderaten Winden. Neben der schönen Landschaft bleiben leider auch 7000 EUR für Flüge, Übernachtung, Ausrüstung und Lebensmittel hinter uns zurück. Wir suchen kleine und große Probleme. [Noch ist Zeit] Alfred und Volker vermelden leichte Kopfschmerzen, ansonsten Boot und Crew offenbar wohlauf. Soldat Barsch hat alles in fester Hand. KURS 210° Rg Newport.
TAG 2
Samstag, 28.07.
1545 UT1
Baro 1032
Nebel
WindKurs 216° WpN10 Fahrt 6kn
Sehr nebelig. Sicht 10 Meter, unseren Bugkorb sehen wir nicht. Heute Nachmittag einen Fisch [Großschuppenmakrele] an der Waffel [Angel], den Smutje Alfred lecker veredelt. Gute Fahrt 6 kn. Maschine läuft 1 Std.
Start Log 6300nm. Bat 1 mit 11 Volt praktisch wieder (!) tiefentladen. Wo ist der Verbraucher? Crew wohlauf, Arne schläft und isst nicht…Pos.: 40°50’00“ N, 069°47’00“W Rg WP N10
TAG 3
Sonntag,29.07.
0000 UT1
Baro 1032
Sonne
Wind 15-17kn, S/WFahrt 7 kn, Kurs 80°WGP 1416
Da bläst er! Wal an Steuerbord! Arne hat heute morgen schon die ersten Delphine gesehen. Das Meer ist plötzlich voll von Walen. Hier ist eine ganze Herde Buckelwale in ca. 100m Entf. 2112h Ortszeit. Asy geborgen.-
Wache 1: Alfred 0900-0100-
Wache 2: Volker 0100-0500-
Wache 3: Arne 0500-0900
Maschine läuft. Bat 1 leer mit 11.2 Volt. Wasn los? Strom sparen ist angesagt.
TAG 4
Montag, 30.07.
0500h
Baro 1032
Sonne
Wind 13-17kn, S/E Kurs 75°
Fahrt 6.5kn
Delphine, Delphine. Alfred mit Müsli und Kaffee von Hundewache abgelöst. Schöner Morgen. Boot macht gute Fahrt, aber immer noch nicht im Golfstrom. Wir sind zu weit nördl. unter den Grand Banks. 2 kn Neerstrom! Delphine springen neben uns. Wir haben den heimlichen Verbraucher gefunden. Die Lichtmaschine ist manuell einschaltbar und verbraucht 2.5 Amp, auch wenn die Maschine aus ist! [Ideal um das SSB von störenden Interferenzen zu schuetzen!]Zero Wind. Große Dünung. Zum Kotzen gut!

 

 

TAG 5
Dienstag, 30.07. BaroSonneWind kn, Kurs °
Fahrt kn
0020 lokale Zeit
Gruselige, pechschwarze Nacht. Neerströme des Golfstroms rauschen mit Krach von achtern an uns ran. Erst denke ich, das Brummen sei so was wie ein Sturm, sehen kann ich nur die Schaumkronen und dass da was von achtern anläuft. Ich mache das Boot klar zum Einschlag, und habe keine Ahnung was uns gleich erwartet. Dann gar nichts. Ich komme mir vor wie ein Idiot. Die Jungs pennen Gott-sei-Dank. Es dauert ewig bis plötzlich das Wasser um uns herum kocht, das Boot schwabbelt wild im Strom bei totaler Flaute. Bin ganz entzückt, mir läuft aber auch ein Schauer über den Rücken. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich die Crew nicht geweckt habe.
TAG 6
Mittwoch, 31.07.
Baro 1032 klemmt?
Sonne
Wind 19kn,
N, Kurs °
Fahrt 6.8kn
Spifall ausgerauscht. Muss in den Mast. Gar nicht so leicht bei DER Welle in 62ft Höhe ein Fall [außen] einzupopeln. Die Schlaege sind gewaltig und hole mir einige blaue Flecken. [Bekomme eine Ahnung, welcher Belastung das Achterstag durch den gut 250kg schweren Mast ausgesetzt ist und untersuche sofort akribisch alle Terminals so gut es geht, bis ich Schiss bekomme und mir die Knochen weh tun. Die Bewegungen im Masttop sind unangenehm und ich finde sie zeitweise gefährlich. Alfred läuft unter Maschine ab und geht auf eine höhere Drehzahl, um das Schlagen zu mindern, was mir die Kurze Zeit im Topp erträglicher macht. Schnell runter!]  Gut gefrühstückt. Alle wohlauf. Arne wird zunehmend Herr seiner Seekrankheit.

 

 

TAG 7
Donnerstag, 01.08.
Baro
Nebel—
3921nm
COG 93°
Wind 2 kn,
E,
Kurs 102°
Fahrt 1.9kn – 6.1kn
Kaleu Alfred macht Augenpflege. Soldat Barsch am Steuer. Wenig Wind (2kn). Hohe Dünung. Gut 2 Std unter Maschine. Später üble Kreuzsee. Labrador/Golfstrom.Stb Bug gute Fahrt  6.1kn – Waschküche
TAG 8
Freitag, 02.08.
Baro—
Wind 20 kn,
Kurs 87°
Fahrt 5 kn
Wind nimmt auf 25 – 30kn zu. Wir reffen alles so klein wie möglich [wer weiß, was noch kommt]. Scheißjob. Wellen schlagen ins Cockpit. Das Wasser steht zeitweise 20cm hoch in der Plicht, läuft aber gut ab.Die gegen den Wind stehende Welle macht mürbe. Zeitweise kracht das Boot erbarmungslos in die kurzen steilen Wellentäler. Ich sehe Alfreds hochgezogene Augenbrauen.
TAG 9
Samstag, 03.08.Baro kaputt? unveränd.—
Wind 20kn,
Kurs 130°
Fahrt 5 kn
Hab mir letzte Nacht beim Reffen am Mast einen Nerv eingeklemmt. [Ich kenn das Programm, das jetzt folgen wird nur zu gut].Die einzigen Aufg., die ich noch tun kann, sind von der Koje aus Kurs und Pilot checken. Ich höre die Crew nur ganz leise im Cockpit sprechen. Schreckliche 24 Std. Die Bilgepumpe ist wieder verstopft und versifft. Lenzen mit Schwengel. Nicht ganz so, wie man sich einen Transat-Törn vorstellt. Oder eben genau so! Jeder liegt in seiner Ecke und wartet, bis es vorbei ist. Seit sieben Tagen gegenan, mit 20-25 Windknoten und zermürbender Welle, Strom gegen Wind. Mein Rücken wird schlimmer.Alfred will mir mit Nachdruck ein Breitbandantibiotikum verabreichen, was ich nicht zulasse! [Ich erinnere mich, wie ich einst in Alfreds Plastiktüte ein Antibiotikum für PFERDE (!) entdecke. Ein super Tierarzt habe es ihm verschrieben…meinte er]
Ich lasse mich auf eine der kleineren Pillen herunterhandeln und wir einigen uns auf ein starkes Schmerzmittel. Wenn der Rücken nicht besser wird, kippt hier die Moral. [Kann’s verstehen. Ich häng ja nur faul rum]. Noch 1950nm bis Land’s End. Die Azoren kommen wieder ins Gespräch.
TAG 10
Sonntag, 04.08.Wind kn,
Kurs °
Fahrt kn
 [Keine Eintragungen]
TAG 11
Montag, 05.08.Baro—
Wind kn,
Kurs °
Fahrt kn
SSB Seewetterbericht. Hoch auf 44°N, 27°W, zieht südwärts, Front in 24 Std.Dreht auf N Montag, dann schwächer werdend – 15kn. S/W 15-20kn. Mittwoch S/W
TAG 12
Dienstag, 06.08.Wind kn,
Kurs °
 [Keine Eintragungen]

 

TAG 13
Mittwoch, 07.08.Baro—
Sonne
Wind 17 kn,
190°,
Kurs 60°
Brg. 75°
Fahrt 8kn
Sonne Wind 25 – 28 kn,
S/W°,
Kurs 60°
Brg. 75°Fahrt
7.5 – 8.5kn
Rücken wieder besser als neu. A’s Tabletten waren offenbar sehr nahrhaft. Hatte ein Gespräch mit Alfred. Er hat Schmerzen. Halte die Situation für problematisch. Mein Lieblingssmutje sieht gar nicht gut aus. Ansage: Keine Hundewache mehr für Alfred. Keine harten Arbeiten. Schade: es war ein so atemberaubend schöner Sonnenaufgang und selbst die Delphine, die extra für Alfred gekommen waren, konnten ihn nicht aufheitern.   Noch ca. 1800 nm bis Land’s End.Land’s End wird zur wichtigsten Landmarke des Planeten Erde. Ich fertige einen Knotentampen mit 18 Knoten an. Er wird vor dem Niedergang aufgehängt. Alle 100 Meilen dürfen wir einen Knoten öffnen.
Die Winde sind mit uns. Die Stimmung an Bord korreliert mit unserer Geschwindigkeit. Gerade eben 10kn ü.G. Habe in einem Schapp Pfannkuchen und Schokopulver entdeckt [es ist nicht mehr nachzuvollziehen, wer die Pckg. im „Shaws“ in den Trolley gepackt hat. He’s my personal hero!] Die Pckg. reicht laut Angaben für 132 Stück! Großartig, wir haben erst 14 davon verdrückt, macht noch ganze 118 Stück. Noch 1750nm bis Land’s End. Musste den WP ändern – 100nm mehr.Gestern hatte uns ein Hai den Paravan zerbissen. Ein beeindruckendes Geräusch, als die Bremse losheulte, kurze Pause, und wieder losheulte. Nachdem das Tier die Spule fast leer gerissen hatte (4sec), war alles vorbei und das Teil im Eimer. Wir drei verköstigen ein daum’breit Wein, in dessen Tradition uns Alfred geschichtlich einführt. Von da an dann praktisch jeden Abend.  Alfred erzählt irre Geschichten von seinem Opa Luis, der kleine Käfige für Spinnen aus Holz fertigte.
TAG 14
Donnerstag, 08.08.Baro—
Wind kn,
Kurs °Fahrt knLow 988 hPa
Pos. 47°N 62°W – N zieht N/E mit 15kn,
High 27°N 25°W 1008 hPa / 148?25kn
Windsea 8ft
fog 
[Keine weiteren Eintragungen]
TAG 15
Freitag, 09.08.
Baro offenbar kaputt—Sonne
Wind 25kn, 220°S/W
Kurs 80°
Fahrt 8.5 – 9.5knSpi oben. Tolles Wetter, Mucke laut. Die Stimmung steigt und fällt mit dem bunten Segel. Tanker angefunkt: Good News – demnach bleibt die Stimmung zwei weitere Tage auf hoch [oder Spi oben, wie  man’s nimmt]. Heute leider keinen Fisch gefangen, sondern mit dem Gummiköder einen dieser eleganten Flieger mit unglaublich langen Flügeln vom Himmel geholt, oder besser aus dem Wasser. Den armen Teufel müssen wir mit dem Kescher einfangen und die Hakenspitze mit der Zange abzwacken. Der gute Vogel interpretiert unsere Absichten falsch und beißt mir die Finger blutig. Aber richtig festgebissen, hält er wenigstens still. Ich bin erstaunt über die kleinen scharfen Zähne im Schnabel.[Ich erinnere mich, dass das Gewicht des Tieres so gar nicht zu dessen Größe passte. Es war unglaublich leicht. Kein Wunder, dass die Dinger nonstop in der Luft bleiben können.]
Nach dieser semi-sterilen OP auf See wieder in den Himmel entlassen. Fotos durften leider nicht gemacht werden. [„Volker das Schwein will davon Fotos machen!“] …Moralheinis
TAG 16
Samstag, 10. 08.Baro—
Sonne, leicht bewölkt
Wind 23kn,
Kurs 70°
Fahrt 8-9 kn
10-11 kn
Kurs angespitzt.Z.Z. zwischen 10 und 11 kn Fahrt ü.G.Noch 1330nm bis Land’s End.Pos. 46°05’,00“N 037°38’,00“W
TAG 17
Sonntag,12.08.Baro— Sturmfock
Wind 40 kn,
Kurs 90°
Fahrt 7-8kn

[Keine Eintragungen] Eine Großsegellatte verabschiedet sich langsam und geht beim Rettungsversuch über Bord. Die 3m lange Stange ragt  nun für alle Zeiten  senkrecht wie ein langer warnender Finger in  2000 Meter Tiefe aus dem Ozeanboden.  Sträflich: Wir haben keinen Ersatz an Bord.Wir lernen: Will sich eine Latte verabschieden, auf keinen Fall versuchen, das Segel zu bergen. Alles muss dicht bleiben. Einer steigt sofort mit dem Bootsmannstuhl und Sicherungstampen um’s Achterstag am Liek hoch. Wir hätten die Chance gehabt. Ich ärgere mich. Der Verlust kann uns das Segel kosten.

 

 

 

TAG 18
Montag, 13.08.Baro— Sturmfock
Wind 40 kn,
Kurs 90°
Fahrt 7-9kn
XXX Nacht überstanden. Wind 40 kn. Groß und Genua am Hals gerissen. Genua repariert, Alfred ersetzt fehlende Latte im Groß durch drei Lagen GFK Streifen. Beide Segel geborgen, Fock liegt an Deck gelascht.Z.Z mit Sturmfock bei 40 Wind-kn à 7-9kn Fahrt. Machen uns Sorgen um den Mast. [Die Welle ist brutal]
TAG 19
Dienstag,14.08.Baro— sehr hohe Welle Wind 25-30 kn, 15°, Kurs 100° Fahrt 2.6 kn—sehr hohe WelleWind 62 kn in Spitzen,Kurs 100°
Fahrt  11+ kn
(z.T. über 15kn ü.G.)
Nacht überstanden. Gott. In den Spitzen 62 Windknoten.Das Groß ist zerrissen. Genua gesichert.  Phase 1:
Ein Kaventsmann bricht Alfred und Soldat Barsch von oben ins Cockpit. Die Welle bastelt die Bimini auseinander. [Ich habe Freiwache und liege angeschnallt auf den Bodenbrettern in der Achterkabine – wir hatten rausgefunden, dass das die beste Loesung war, um sich nicht durch das heftige Rollen zu verletzen:Ich höre und spüre einen mächtigen Schlag und merke wie das Boot achtern absackt. Dann bewegt sich das Boot seltsam müde. Im ersten Moment denke ich, dass der Mast von oben gekommen sein muss – es dauert eine Ewigkeit bis ich meine Lifebelts von der Stange am Niedergang gelöst bekomme und den Niedergang hochklettern kann. Das Cockpit ist randvoll mit Wasser. Gute Info: Es liegt kein Mast herum.Arne und Alfred schildern mir während wir im Dunkeln die Reste der Bimini anlaschen, dass ein gutes Stück Ozean von oben übergekommen ist: Das Meer hat kurz sein Maul geöffnet und uns die Zähne gezeigt. Die Stangen sind verbogen, ein Ende hat sich durch die erste Schicht des Gelcoats gearbeitet. Wir können es mit einiger Mühe abbauen und festlaschen. An Land eine einfache Arbeit von 10min. Hier dauert sie 1Std].Phase 2:
Soldat Barsch und Alfred kauern unter der Sprayhood und schauen zu mir nach achtern zum Steuer. Hin und wieder veraendert sich ihr Gesichtsausdruck synchron, wie untereinander abgesprochen, um mir einen Schrecken einzujagen. Ich lese in ihren Augen Kurzgeschichten von Seeungeheuern, die hinter dem Rücken eines Steuermanns auftauchen. Blöde Geschichten, blödes Gefühl. Denn die Ungeheuer sind  tatsächlich da.Das Boot verliert plötzlich merkwürdig an Schub. Der Lärmpegel ist hoch, es ist dunkel, die Sicht zum Bug gleich null. Es wird klar, dass mit der Fock etwas passiert sein muss. Die Schot steht noch bumsdicht im richtigen Winkel. Das hornseitige Ende verliert sich in der Dunkelheit. Tapferer Arne und unerschrockener Alfred kriechen mühsam an ihren Lifelines aufs Vordeck. Es ist laut. Sie kommen triefend nass zurueck und sprechen zu mir aus 40cm Entfernung, damit ich was verstehe. Sie berichten, dass sich das Segel auf halber Höhe horizontal geteilt hat, das Liekband ist aber noch in einem Stück. Das Segel muss runter. Das Decklicht geht an, die Gischt blitzt im Licht auf wie ein Feuerwerk. Die beiden bewegen wieder nach vorne und bergen den Segelkadaver. Ich beneide sie nicht um die Arbeit. Zu allem Unglück verletzt sich Alfred an der Schulter.[Wie sich später herausstellen wird, ist es keine Zerrung, wie er annimmt, sondern sehr wahrscheinlich ein erster kleiner Herzinfarkt. Hut ab, Alter].Die beiden sind total durchnässt und erschöpft. Ich bin zwar trocken, aber auch platt. Wir haben keine Lust mehr und wir überlassen dem Piloten die Arbeit. Das Boot läuft nun seit 12 Std. vor Topp und Takel, Wind etwa 20° von Bb. achtern. Der Pilot macht seine Sache gut.[Die lastwagenartigen Kollisionen mit Brechern von Bb, die sich 1 Sek. vor dem Einschlag durch ein immer lauter werdendes Grollen  ankündigen, krachen wie Verkehrsunfälle in uns rein und versetzen das Boot ruckartig nach Lee. Alfred, der es sich in seiner kleinen „Folterkammer“ mit dem Leesegel un-gemütlich gemacht hat und mehr oder weniger sicher verlascht ist, liegt mir genau gegenüber. Wir beide schauen uns gegenseitig nach jedem Einschlag in bemerkenswert ausdruckslose Augenpaare. Keiner von uns beiden scheint das, was da gerade passiert, wirklich einschätzen zu können oder sich dazu äußern zu wollen. Mir jedenfalls kommen die Schläge massiv vor, ein gutes Stück über den Punkt hinaus, den man dem Material auf Dauer zumuten möchte. Ich sage aber nichts. Bloß keine bösen Geister heraufbeschwoeren. Schon vor ein paar Tagen ist das Wort ‚Krieg‘ in diesem Zusammenhang gefallen, und entsprechend fühle ich mich auch: Merkwürdig ausgeliefert, gelassen, ein bisschen wie in einem Schutzbunker, der ständig hin und her geschüttelt wird. Ein ganz seltsam tauber Geisteszustand. Hin und wieder höre ich die gesamte Holzbude erbärmlich knacken. Ich gehe gedanklich die Notausrüstung durch, sortiere die Absetzung eines Maydays via SSB und die Aktivierung des EBIRP]. Seit Tagen keinen Funkkontakt über VHF zu irgendwelchen Cont.-Schiffen mehr. Wir sind sehr alleine zwischen sehr hohen Wellen.

 

TAG 20
Mittwoch, 15.08.Baro 3065 DR,
1930UT1

Wind 8-10 kn,
330° Kurs °
Fahrt 6-7 kn
Baro 1045Wind kn,
Kurs 60°-70°
COG Fahrt 5-6 kn
Schlimme Nacht vor Topp und Takel. Mit den ersten Sonnenstrahlen lässt der Wind nach. Arne prügelt Alfred aus dem Wachtraum und mich aus dem Spi, der kaum wärmt. [Das Luk, das sich unter der Sprayhood befindet, war bei der unliebsamen Bekanntschaft mit der Welle, die die Bimini demoliert hatte, einen Spalt weit offen – und mein Schlafsack für alle Zeiten nass. Ich hatte es erst Tage später gemerkt, da wir alle abwechselnd zunächst auf den Bodenbrettern geschlafen hatten, unter denen Wasser hin und her schwappte. Ich kann mir die ganze Sauerei im ersten Moment nicht erklären. Es ist eine furchtbare Entdeckung. Schlimmer noch, als die gerissenen Segel. Das Einzige, was mich nachts jetzt nun noch in irgendeiner Form wärmen wird, ist der kleine weiße Spi, der bei jeder Bewegung knistert und Soldat Barsch glauben macht, es würde draußen in Strömen regnen.]Today’s program: Genua raus, das Boot wieder schnell machen, Groß nähen, was bis zum Abend dauern sollte. Zwischenzeitlich geht der Spi hoch, was bei der Welle aber keinen Spaß bringt. Als das getan ist, rauscht das Spifall aus und vertörnt sich derart auf halber Höhe, dass ein Versuch es zum Topp durchlaufen zu lassen, fast zum GAU führt: Durch das Eigengewicht der „langen Seite“ – vom Topp nach unten – wird das Fall immer schneller und schlägt, logisch, oben angekommen über unsere Windgeber.  Also noch einmal hoch. Alles heil geblieben.Vom Nähen tun mir die Fingerspitzen weh und bluten.
Ich male aus Ermangelung eines Familienfotos ein eigenes, das ich in einen kleinen Rahmen über meiner Koje schiebe. Es ist an Sentimentalität gar nicht zu übertreffen, was das Ganze nur noch schlimmer macht. Ich denke jeden Abend an meine liebe Frau, an meine beiden Kinder, die noch nicht lange auf der Welt sind und an meinen Vater, der eine Herz-OP vor sich hat. Mein Körper ist wie lose an einen entleerten Kopf geheftet.
TAG 21
Donnerstag,16.08.Baro— Sonne
Wind 25 kn, 270°,
Kurs °
Fahrt 8.2 kn
0250 UT1
Baro schnell gefallen.  Ich finde einen kleinen schwarzen Tiefseefisch mit unglaublich großen Augen und einem vorzeitlichen Gebiss auf dem Deck. Arne (immer aufmerksam, sieht alles immer zuerst) entdeckt eine riesige Haiflosse, die in 5m Entfernung an Bb vorbeizieht. Das Wasser ist pechschwarz und reflektiert das Licht, so dass man den Körper darunter nicht erkennen kann. Das Tier muss groß gewesen sein. Wetterbericht von Containership erbeten und erhalten. Schöner Tag. Spi eingerissen bei 25 Wind kn. Das Bergen gestaltet sich schmerzhaft: Arne rauscht das Fall durch die Hand und wir haben fast eine zweifache Fingeramputation an Bord. Rauschefahrt geht weiter mit halben Winden. Wind rückdrehend. Genua eingerollt, problematisch. 1WO mit Handicap, da (fast) ohne Finger. Arne = 1A Offizier.

 

TAG 22
Freitag, 17.08.1700 UT1
Baro—
Wind 45 kn,
320° Kurs k.A.°
Fahrt 5.6 kn
Desaster. Groß geht in Stuecke. Wir laufen vor Topp und Takel 5.6kn. Beim Versuch das Groß zu reffen, berührt das Tuch die lederbewehrte Salingsnock und reißt sofort ein. Dann plötzlich öffnet sich das Segel an mehreren Stellen gleichzeitig als wäre es mit einer Ladung Schrot beschossen worden. Nicht ganz leicht die Überführung. 1WO und Alfred unverwüstlich. [Trotz der Traurigkeit, die Alfred eingangs befallen hatte, scheint ihm jetzt die ganze Tortur nichts mehr auszumachen. Alle zwei Tage ein neuer Fuckup und beide stets unerschütterlich. Wenn’s schlimm wird und sich keiner die Melone vom Handlauf oder den Schapps unten einschlagen lassen will, verschwindet Alfred in den Tiefen der Kombüse und steigt eine Stunde später in einer duftenden Dunstglocke mit einem zauberhaften Essen aus wieder aus dem Niedergang auf, was die Stimmung ungemein hebt. Manchmal hängt die Brille etwas schief. Essen gibts immer mit Mais, woran ich nicht ganz unschuldig bin. Aufgrund einer leichten Fehleinschaetzung meinerseits bzgl. des Bedarfs, haben wir einen Teil der amerikanischen Maisreserven an Bord. Der 1WO hat aber immer ein freundliches Lächeln und einen dummen Spruch auf den Lippen und isst praktisch alles, was gegessen werden muss.] Unser Wasser schmeckt brackig. Unübertroffen bleibt das gesammelte Regenwasser. Draußen heult der Wind. Es ist eine echte Prüfung. Mag gar nicht rausschauen. Der Seegang kann einem Angst und Bange machen
TAG 23
Samstag, 18.08.Baro Y°—
Wind 25 kn, 20-30°,
Kurs °
Fahrt 4-5 kn
1200 UT1Sonne, schön
In fiesen Momenten gibt ein Essen in der Tat Kraft. Wir danken dem Smutje. Laufen mit Trysail zwischen 4-6kn bei 24-27kn Windknoten. Wir schonen unsere Genua. Sie ist mittlerweile am Hals repariert. Ab 20 Wind kn geht sie wieder raus. Baro unverändert – offenbar kaputt. [Ein kleiner Bügel im Gerät berührt die Achse des Zeigers, dadurch sind die "Werte" wertlos, wie wir spaeter rausfinden]. Funksprüche mit 2 Containerschiffen geben Gewissheit: Noch 24 Std 6-7Bft., dann norddrehend. Ratschlag des russischen Kapitäns: Macht euch einen Kaffee. Alfred bemerkt lapidar: „Jetzt habe ich schon wieder meine Hautcreme mit der Zahnpasta verwechselt“. Funkkontakt mit MS Spirit: 1930 VHF
Wind N/W, 3-4 Bft 5  S/WE 5-6Bft à 7 BftPos.48°28’02” N, 015°11’05”W FunkkontaktW , S/W   3-4Bft
TAG 24
Sonntag, 19.08.1996Baro R’—
Wind kn,
340°,
Kurs °
Fahrt 7,5 kn
CH 16,  67
Großer Aufklärer donnert über uns im Tiefflug hinweg. [Ich glaub’s nicht, als ich das Riesending von links nach rechts durch das Portlight achtern fliegen sehe. In diesem Winkel muss es wirklich sehr tief gewesen sein. Vor allem war es laut. Mitten auf dem Ozean vielleicht eines der letzten Dinge, die man erwartet]. Dann kreist das Flugzeug in einem großen Bogen im Uhrzeigersinn um uns und ruft uns auf Ch 16 an. Der Pilot will wissen, ob Verletzte an Bord sind, „last calling port“, „destiny“ und ob unsere Position an die Coast Guard weitergeleitet werden solle.Der Pilot bekommt alle Infos, ich melde-
-       letzter Hafen Boston, Zielhafen Hamburg
-       3 Pers. an Bord
-       alle gesund
-       einige Segel zerstört, können aber ohne Hilfe mit Trysail nächsten Hafen erreichen. Ich bitte um einen Wetterbericht und bekomme ihn prompt. Wetterlage stabil. Es bleibt bei Westwind für gut 48 Std. Der Pilot wünscht uns eine gute und sichere Überfahrt und dreht ab.

 

 

TAG 25
Montag, 20.08.1996Baro
—Wind kn,
Kurs °Fahrt kn
2330 UT1Baro gefallen
in 2 Std um 3!
—Wind 22 kn,Baro Y“ 30,54
Heute morgen weckt mich 1WO. Denke erst, es wäre Wachablösung, es ist aber schon taghell. Er macht die Ansage, zwei Botschaften zu haben. Ich will die schlechtere zuerst hören.„Wir haben einen Fuckup. Die Genua reißt am Vorstag ein und wir können sie nicht einrollen“.”Und die gute Nachricht?”

Es gibt keine. Eine gute Nachricht habe ich nicht”
Das Problem sind offenbar zwei Splinte, die sich (obwohl wir glaubten, alle schadhaften auf Rhode Island ausgewechselt zu haben) gelöst haben müssen. Dadurch ist ein Inlay, welches die Vorstagsegmente zusammenhält, sehr wahrscheinlich im Alu-Profil nach unten gerutscht. Die Folge ist, dass wir bei jedem Versuch, das Segel einzurollen, dieses regelrecht durch die losen Profilteile zerschneiden. Der Bereich im Vorliek ist relativ unbelastet. Wir beschließen, das Segel stehen zu lassen, bis wir eine Loesung haben. Die Entscheidung fällt schnell; uns bleibt auch gar nicht anderes übrig. Selbst wenn wir wollten, die Genua laesst sich weder einrollen noch bergen.
Wachwechsel ab jetzt alle 2 Std. – 4 Std. am Stück empfinden wir als zu lang. Baro seit 2 Std. stark gefallen. Wind um 30° nach rechts gedreht. Sicht null, Laterne an [die sicherlich auch keiner sehen würde]. Die Schrecken reißen nicht ab. Heute Unmengen (Salz)Wasser in der Wanne unter der Maschine entdeckt. Beim nächsten Laden Ursache finden.Pos. 49°25,085 N       008°,51,075 W
TAG 26
Dienstag, 21.08. Baro—Wind kn, 250°Kurs °Fahrt kn
  [keine Eintragungen][Unweit von Land’s End, etwa 100 Meilen, erwischt uns ein weiteres Sturmtief mit 55 kn Wind. Da wir die Genua nicht einrollen können, haben wir keine Wahl und müssen vorlicher ablaufen. Wir machen zwar atemberaubend gute Fahrt im zweistelligen Bereich, aber wir halten bestenfalls auf Brest zu. Dass der letzte Knoten in unserem „ Knotentampen“ nicht geöffnet werden kann, weil wir uns dem Ziel nicht mehr nähern, gleicht einem moralischen Tiefschlag.  Wir sind ganz nah dran, an der Küste Englands, und müssen jetzt mit gut 120° oder mehr in die Biskaya ablaufen.  Ein unangenehmer Gedanke, der nicht zu ende gedacht werden will, beschleicht jedem von uns beim Blick in die riesige Genua. Wenn das so weitergeht, ist eine Legerwallsituation bald nicht mehr zu vermeiden. Aber selbst wenn wir in die Biskaya ablaufen müssen, wird ein Hafenmanöver unmöglich sein. Und das wird dann sehr unangenehm. Die Sonne scheint und wärmt, das Meer ist stahlblau, was unsere Lage subjektiv deutlich verbessert. Wäre der Handlungsbedarf nicht so groß – denn die Nacht und das Land kommen bestimmt – ein Traum. Während wir durch die Keltische See pflügen diskutieren wir verschiedene Möglichkeiten, wie wir das Segel einrollen oder loswerden können.  Ein Bergen des Segels ist unmöglich. Bei über 50kn ist das Tuch hart wie Blech. Darüber hinaus würde  es an der schadhaften Stelle im Profilvorstag klemmen. Wir denken versch. Möglichkeiten an, wie z.B. das Segel von oben nach unten hin aufzuschneiden und aufzugeben. Gerne, nur wie? Die Welle ist recht hoch, Operationen auf dem Vordeck sind nicht ganz ohne, ganz zu schweigen von einer solchen Arbeit im Mast oder am Vorstag.  Jemand wirft die Idee auf, einen Gegenstand in der zweiten Nut über die Bruchstelle zu schieben, und das durchdrehende Profil so zu fixieren. Wie auch immer. Der Gedanke wird für ‚wunderbar‘, aber unmöglich‘ gehalten und sofort verworfen, kommt später aber aus Ermangelung eines Besseren wieder auf den Tisch.
Blechrutscher mit Unmengen Nadeln drin für die 2.Nut im gebrochenen Profilvorstag Alfred verschwindet im Schiff und kommt ein Jahr später wieder mit einem kostbaren Stück Blech heraus, für das er eine unserer Maisdosen geopfert haben muss. Das Ding ist ein Meisterstück prähistorischer Faustkeilkunst, das uns den Arsch retten soll. Ein Versuch, mittels Bootsmannstuhls an die Bruchstelle zu kommen, scheitert. Alfred steuert, ich klammere mich an den Bugkorb und versuche mit Arne, der genau 6m von mir entfernt am Mast steht zu kommunizieren. Mein Körpergewicht schwankt aufgrund der heftigen horizontalen Bewegungen zwischen 90 kg und minus 10 kg. Arnes Mund geht auf und zu, er scheint mit mir zu sprechen oder zu schreien. Der Geräuschpegel ist so hoch, dass es nicht eine einzige Schallwelle aus Arnes Hals schafft, zu mir zu gelangen. Wir sind keine Indianer und das Vokabular unserer Zeichensprache reicht über die Formulierungen über „hoch“ oder „runter“ kaum hinaus.  Durch ein ausgeklügeltes, völlig undurchschaubares und wirres Leinensystem mit Slipsteken, können wir das Blechgerät mit den verbauten Segelnadeln zur Stabilisierung in der 2. Nut im Profilvorstag nach oben ziehen, und dann schließlich mit einem Ruck vom Fall befreien, da es sich sonst der ganze Fallenkram mit eindrehen würde und die Rollgenua blockiert hätte.  Als das Blechstück nach hundert Versuchen über die Bruchstelle rutscht, schreie ich unhörbar „jetzt“, übersetze dabei simultan mit der Hand. Arne stoppt seine feinmechanischen Bemühungen, Alfred winscht im Cockpit zeitgleich die Rollanlage ein Stück an, wir lösen das 'Slipstek-System' aus und das Blechteil sitzt fest. Ich kann’s gar nicht glauben. 10min später ist die Genua eingerollt und wir laufen nur noch unter Trysail. Wir sind überglücklich! Was wir da genau gemacht haben, weiß im Nachhinein kein Mensch.Wir machen gute Fahrt ].
TAG 27
Mittwoch, 08.
Baro—
Wind kn,
Kurs °Fahrt kn          
 [keine Eintragungen] [Wir sind alle sehr müde. Alfred weckt uns nicht mehr regelkonform zur Wachablösung, sondern macht die Nacht durch. Wir befinden uns bereits im ösrlichen Bereich des Englischen Kanals. Ich bin ihm dankbar dafür. Arne und ich fragen uns heimlich, wie er das macht. Er hat mit Abstand die letzten Tage am wenigsten Schlaf abbekommen. Muss am Alter liegen, meint Arne. Wir brauchen jede Meile Nord und Alfred gelingt ein denkwürdiger, sehr langer Schlag über Nacht an der französischen Küste entlang. Als ich am nächsten Morgen mein Fix mache, überprüfe ich mehrmals die Position: wir sind unglaublich weit gekommen und können nun so hoch halten, dass wir Guernsey anlaufen können. Es scheint sich alles zu Guten zu wenden.]
TAG 28
Donnerstag, 22.08.
Baro—
Wind 24-26 kn,
25°,
Kurs 70-90°
Fahrt 6.7kn
Land in Sicht!Ein Satz mit Wirkung “The Warwick of Guernsey!”
Forecast: N4-5 à 6
Visibility fair N4-5 v
fair, sea moderate

 

__________________________________

 

Ursache für das eingedrungene Wasser in der Wanne unter der Maschine (sie war voll!) nicht gefunden. Alle Schläuche heil. Womöglich haben die Doradelüfter (Masch.-Lüftung) durch einer der überkommenden Wellen Wasser gemacht.
TAG 29
Freitag, 08.1996
Baro—
Wind kn,
Kurs °
Fahrt kn
Guernsey. Wir ankern in einer wunderschönen Bucht auf 9m Tiefe bei ablaufendem Wasser, 50m vom Land entfernt. Es ist alles plötzlich merkwürdig ruhig, sowohl akustisch als auch physikalisch. Alfred und mir kommen die Tränen. Die Augen des 1WO Barsch kann ich nicht mehr klar erkennen. Die waren aber sicherlich auch nicht ganz trocken. Wir fallen uns in die Arme. Wir stecken wegen der Tide etwas mehr Kette, falls wir länger an Land bleiben sollten, als geplant. Dann warten wir auf das Wassertaxi, das wir über VHF Channel 13 rufen. Es kommt prompt und setzt uns über. Das Handfunkgerät ist in meiner Tasche. Die ersten Schritte an Land sind dann ein Phänomen. Die festen Gemäuer der Burganlage, deren Slip wir uns hoch bewegen, geben nach, alles wird weich, meine Beine verbiegen sich und ich krieche den ganzen Weg nach oben auf allen Vieren. Wir können alle gar nicht aufhören zu Lachen. Guernsey entpuppt sich als eine Perle. Kulinarisch wirkt das tradtional breakfast auf meinem Magen allerdings wie der Inhalt einer Fettpresse. Ich bestelle gleich zwei Pressungen. Ein Anruf nach Hause. Erleichterung. OP einigermassen gut gegangen. Zweite Amtshandlung nachdem wir nach so vielen Meilen endlich ein Hafenmanöver fahren dürfen, ist die Verpflichtung eines Segelmachers, der uns unsere eigene Sturmfock (oder was davon übrig geblieben ist) auf das Groß nähen soll. [Er hat kein Segeltuch vorrätig]. Er freut sich verdächtig wie ein Schneider, dass er einen Kunden hat, was uns verunsichert. Nur noch etwa 500 Meilen.
 Guernsey            REPARATUREN
TAG 30 (auf See)
Samstag, 26.08.Baro 3032
1042h—
Sonne
Wind kn,
30° Kurs °
Fahrt 10.5 kn
Kurz entschlossen ausgelaufen, da wir sonst noch mal 12 Std im Hafen festliegen würden. Wir erwischen das „Alderney afternoon race“ Gute Fahrt ü.G. à 10.5 kn COGVor Cherbourg dann Strom gegenan unter Maschine, 3 kn COG
TAG 31 (auf See) Sonntag, 27.08.
Baro—
Wind kn,
45° Kurs °
Fahrt kn
Ein Helikopter donnert direkt am Heck, knapp über dem Wasser. Die Schiebetür ist offen, ein Crewmitglied fotografiert unseren Bootsnamen. Womöglich die franz. Coast Guard. Ich funke den Helikopter an, aber er dreht, ohne zu antworten ab. 1WO Barsch notiert: Endlich wieder ein „E“ auf dem GPS.Pos. 49°51’627 N   000° 00’,901 E Über den 50ten Breitengrad sind wir nie hinaus gekommen.
TAG 32 (auf See)
Montag, 08.
 [keine Eintragungen]
TAG 33 (auf See)
Dienstag,    08.—
  [keine Eintragungen]
An dieser Stelle bricht das Logbuch ab.  Wir sind ohne weitere Probleme durch den Englischen Kanal gegeigt und schließlich in eine vernebelte Elbe eingelaufen, wie sie schlimmer nicht sein konnte. Alles still. Wir queren ohne Radarberatung via VHF. Mit wehenden Haaren (bis auf Captain) konnten wir durch die Schleuse in Brunsbüttel dampfen und erhielten über Funk eine Ausnahmegenehmigung, nach Sonnenuntergang noch in Kiel schleusen zu können. Als wir unser Boot gegen 0000 Ortszeit praktisch ohne Zwischenstopp in Laboe festmachen, suchen wir zunächst vergeblich nach einer kleinen Pinte, in der wir uns den Inhalt eines kleinen Fässchen Bier einverleiben können. So der Plan. Zu unserem großen Entsetzen scheint der Ort wie ausgestorben. Wir stolpern verunsichert hinter unserem Local Alfred hinterher. Sollte unsere Missionso kurz vor dem Ende scheitern? Eine alte Bar. LaBöe. Unglaublich sinnig. Ein Mann an der Bar in einem blauen Trainingsanzug mit roter Nase, der meint:
„Wo kommst du denn so spät noch her, Alfred?“Der silberbärtige Alfred in vollem Ölzeug mit Glaswolle aufm Kopf darauf trocken:
„Aus Boston, USA“  
Seinem Gegenüber rutschen die Augenbrauen in die Stirn.”Boston. USA”, secht he, als suchte er nach der Pointe.
_________________

                                                  Der Kpt. der Hitch-Hike-Heidi

________________________________________________________________________________________________

 

Spezification John G. Alden 44, 1036G

Alden 44 drawing on sailboatdata.com

 

44-144-244-344-444-544-644-844-944-1044-1144-1244-1344-1444-1544-1644-1744-1844-1944-2044-2144-2244-2344-2444-2544-2644-2744-2844-2944-3044-3144-3244-3344-34

Alden Alden 1036G, Tall rig: I: 56.0′ -  J: 19.3′ -  P: 49.0′ – E: 14.8′

_

 

________________________________________________________________________________________

 

Im Juni 2007 hatten Alfred und ich das große Vergnügen, Niels Helleberg, den Designer unserer John G. Alden in Boston kennenzulernen.

Das Büro unseres Brokers, Allen, befand sich in einem Gebäude auf einem langen, baufälligen Steg der in den Hafen von Boston hineinreichte, eine top-Location, die er sich mit dem Naval Architect von Alden, Niels Helleberg teilte. Gegen Ende unserer Kaufverhandlung mit Allen stach mir von der Wand seines unglaublich tollen Büros neben einer Unmenge anderer Boote ein Halbmodell unserer Alden 44 ins Auge, ein Teil, das ich unbedingt haben wollte.

Ich meinte (nicht als Scherz gemeint), dass ich das Halbmodell für locker 130.000 USD kaufen würde – lange Pause – vorausgesetzt, … ich bekäme die große Alden gratis dazu. Allen hatte nicht gleich durchschaut, was mit ritt, als sich der altehrwürdige Niels Helleberg aus dem Hintergrund einschaltete und die Kaufverhandlung nach einem langen hin und her zum Abschluss brachte: “Wenn er das Boot kauft, soll er die Große dazu bekommen.”

Tatsächlich war er es, der dafür Sorge trug, dass dieses gar nicht billige Modell mit der Übergabe der großen John G. Alden dann auch tatsaechlich in meinen Besitz überging.”Das Boot gehört Volker, er hat es für viel Geld gekauft!”

Ich kann nun nicht damit angeben, dass sich tatsächlich so etwas wie eine Freundschaft zwischen uns entwickelte, aber dennoch schienen uns zwei Stränge zu verbinden: Von meiner Seite aus war es schier grenzenlose Ehrfurcht und natürlich Stolz, einen für meine Begriffe so großen Designer kennenlernen zu dürfen. Das Band von Niels aus könnte die einfache Freude an Alfred und mir gewesen sein: Zwei von Booten besessene, die eine weite Reise antreten wollen, um eines seiner Lieblingsboote, wie er mal sagte, zu kaufen und auf der Großkreisroute über den Atlantik zu segeln – “of all the boats I have designed the 1036 has been one of the finest”.

Im Folgenden der Briefwechsel, den ich über eine Zeitspanne von 7 Jahren mit Niels hatte. Einige Informationen könnten den kleinen Kreis der verbleibenden Alden 44 Eigner interessieren. Auf alle Fälle zeigen sie Niels schier grenzenlose Bereitschaft, mit uns, im Vergleich zu Eignern deren Schiffe er gezeichnet hatte, wie zum Beispiel die Lion’s Whelp oder Meteor, wirklich sehr sehr einfachen und kleinen Seglern jederzeit mit Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen zur Hilfe zu stehen. Und sei es nur mit ein paar nüchternen Worten als Trostpflaster…

Die Emails sind nicht geordnet und teilweise doppelt.

________________________________

Sent: Sunday, December 21, 2008 9:53 AM
Subject: Alden Design Website Request

Dear Niels,

Do you remember Alfred and me? I’ve bought an Alden 44 a year ago… Allen has told us that ALDEN had come to an end. What a pity – you could have waited another year to round off the
100! On the other hand I’m glad to see you, one of the best naval architects, on top of the company. (Do you know Georg Nissen by any chance, the designer of NISEEN BOATS? He’d immediately knew who you are. He’s my jetty neighbour.)

Our Alden 44 “Hitch Hike Heidi” is doing great. She sits nicely wrapped up in the water waiting for April. The longer I own her the more I realize what a well designed boat she is. (I should have pestered you with questions when we met). We can hardly wait to call her our home when I’ve got a year off in 2011. Alfred has almost finished his 30ft racer. This man is a German machine. Did I tell you and Allen that he survived a heart attack a couple of months after the crossing? I remember him complaining about a pain in his lungs when grinding. Admittedly, he didn’t look good at times. I reckon luck had been on our side throughout the crossing.

You should see our kids.
They are great. I’m a lucky man.

I wish you and your new company a good start, a merry christmas and a happy New Year.

Best regards, Volker and Steffi, Jonne and Line

—————————————

Dear Volker,

Of course I remember you and Alfred, the two German sailors crazy enough to
by Alden 44 hull no7 from Allen and then to sail her back to Germany. I am
very glad to hear Alfred is ok you must give him my best regards. You are
both very lucky that his heart attack didn’t happen during the crossing.
I am pleased to hear HHH is working out for you. I don’t recall if I told
you the design was developed as Alden’s proposal to a design competition
sponsored by New York Yacht Club back in the mid seventies. They were
looking for a shallow draft club cruiser/racer not any bigger than what two
people safely could handle. The club decided on a modified Swan 47 but
enough members saw the potential of the Alden 44 to get the building program
going. It was an exciting design and building project and she is still one of
my favorite designs.
I know of Georg Nissen, the yachting journalist that transformed and became
a very successful and well regarded yacht designer. I am not sure we ever
have met but I look forward to the day we do.
It was a petty our parent company decided to close us down one year before
the John G. Alden anniversary. They tried to find a buyer but the near term
business outlook for the yachting industry was not conductive to any deals.
I will continue to take care of the Alden designs and Alden customers for
the next couple years or until the Hart Nautical Collections at MIT get the
Alden Collection organized.
I wish you and your family a merry Christmas and a happy healthy New Year,

Niels

NHYD
23 Glendale Street
Salem, MA. 01970, USA
617 227 7997, Fax 617 202 9985
www.aldendesigns.com

 

 

Dear friends of John G. Alden Design,

 

 

You are courteously invited to visit our updated web site. www.aldendesigns.com

 

We have added a slide show called “99 years in pictures”, a retrospective that feature some of the outstanding Alden designs done between 1909 and 2008.

 

We have also added a searchable data base that includes all of the yachts we have records of built to designs done by John G. Alden, naval architects.

A photo of each design is shown when available.

 

We encourage all current and past Alden Owner’s to help us complete the “album” by sending us an exterior image of your Alden.

 

Wishing you all a great yachting season

 

Niels Helleberg

 

 

ALDEN DESIGN & NHYD. LLC.
Naval Architects
23 Glendale Street
Salem, MA. 01970, USA
Ph 617 227 7997, Fax 617 202 9985
www.aldendesigns.com or www.nh-yd.com

 

____________________________________________

Dear Niels,

We hope you are fine.

I could hardly wait to send you this email, as it meant that there would
be only a few weeks left when we finally will set sail to let our Alden 44
cross the Atlantic for the 6th and 7th time.

Many upgrades have been made on a shoestring; I’m totally exhausted, both
physically and financially :-) But after nearly 4 years of hard work on
the weekends the boat shines again.

A downer was an osmosis prblem I realised a couple of weeks ago which made my
heart leak. I’ve found some 10 thumb nail big blisters, on the one side
more than on the other side. A boat seller meant there might be thousands
underneath the anti-fouling. But it’s too late now to do anything about
it. I will have to do it on my own after having completed the “North
Atlantic circle” in June 2012. Can you make any suggestions concerning the
course of actions on a Tillotson-Pearson hull?

My good old chap Alfred has totally recovered from his heart problems and
looks as new! Though I’m sure I won’t succeed in talking him into crossing
the big pond once again…

Schnuppi and I wish you all the best.

Best Regards

Schnuppi, Volker
Line and Jonne

“SY Hitch-Hike-Heidi”
DA 5893

PS: We took the pic in the bay of SAMSÖ last year

______________________________________________________

Dear Volker,

Sorry to hear about your osmosis problem which can be a very serious problem in a balsa cored hull.
Did you take moisture meter readings of the hull when you discovered the blisters? The problem should be taken care of before the balsa core get saturated and the hull delaminate.
I would advise you to postpone your transatlantic cruise, haul the boat out and get the drying out process started as soon as possible followed by standard repair procedures.
Thanks for a lovely photo of Hitch Hike Heidi which has been uploaded to our site.

All the best,

Niels
Sent: Saturday, May 07, 2011 8:20 AM
Subject: Re: Web Site Update

____________________________________________

 

Dear Volker,

It sounds like a good plan to have her repaired in Portugal. Does the quote
include fairing of the bottom after the 6 coats of epoxy and bottom finish
with a suitable paint system.
I suggest when you haul the boat out in Portugal that you let her sit for a
couple of days and watch her bottom to see if any water droplets form
anywhere on the bottom surface.
Moister meter readings can be tricky and often misleading. Suggest you make
a hull grid with tape on both sides and use top side readings about 30cm
below the sheer as a reference for a dry laminate. Make a sketch and number
each panel. Record the readings in each panel since you might check the
bottom again when you return from your cruise. Also check around all
thru-hulls and the big blisters.
Hitch Hike Heidi is already on our site and you can find her by searching
either design 1036G or Hitch Hike Heidi (Current name) or Discovery
(Original name).
All the best,

Niels

______________________________________

 

—– Original Message —–
To: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Sent: Thursday, May 12, 2011 10:32 AM
Subject: Re: Web Site Update

Dear Niels,

We will take your advice. Thanks Niels. I’m sorry for bothering you.

No, I didn’t take moisture readings, yet. Enclosed you will find two pics
of the lids of the bow-thruster tunnel (1 year old) which might give a hint
as far as the general condition of the hull is concerned.
For me the GRP appeared to be very hard and totally dry (at least in this
area). There are some little air pockets where the resin didn’t get into
but the balsa is bone-dry. Unfortunately I don’t have any pics of the
blisters.

After having discussed the issue for days now we won’t have the heart to
cancel the cruise but get the problem tackled in Portugal in August
(before crossing the Atlantic in December). The procedure the shipyard
“Soproma” in Lagos, Portugal, offers appears to be reasonable: They
Gelplane the hull and HotVac the moisture which accelerates the drying,
then normal West System procedure, 6 coats of epoxy. Another 10.000 €. We
don’t know yet where to get the money from but I’m afraid I won’t be able to do it
that good on my own within the tight schedule. Life is hard, sometimes.

Anyways, we are a lucky family and look forward to see our dream come
true. And WE’D LOVE TO SEE our Hitch-Hike-Heidi on your Website of course
(I enclose another slightly different pic of her though the photo might
not be as professional as all the others and we could understand if you
consider it not good enough for your site!!!)
We all love her PERFECT deck sheer which comes apparent in this pic.

Thank you for your spiritual succor.

All the best,
Schnuppi and Volker

——– Original-Nachricht ——–
Datum: Mon, 9 May 2011 10:48:00 -0400
Von: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Betreff: Re: Web Site Update


Dear Volker,

Sorry to hear about your osmosis problem which can be a very serious problem in a balsa cored hull.
Did you take moisture meter readings of the hull when you discovered the blisters? The problem should be taken care of before the balsa core get saturated and the hull delaminate.
I would advise you to postpone your transatlantic cruise, haul the boat out and get the drying out process started as soon as possible followed by standard repair procedures.
Thanks for a lovely photo of Hitch Hike Heidi which has been uploaded to our site.

All the best,

Niels

_______________________________________

 

Betreff: Web Site Update

Dear friends of John G. Alden Design,
You are courteously invited to visit our updated web site.
www.aldendesigns.com

We have added a slide show called “99 years in pictures”, a
retrospective  that feature some of the outstanding Alden designs done between 1909
and 2008.

We have also added a searchable data base that includes all of the
yachts we have records of built to designs done by John G. Alden, naval architects.

A photo of each design is shown when available.
We encourage all current and past Alden Owner’s to help us complete the
“album” by sending us an exterior image of your Alden.

Wishing you all a great yachting season

Niels Helleberg

ALDEN DESIGN & NHYD. LLC.
Naval Architects
23 Glendale Street
Salem, MA. 01970, USA
Ph 617 227 7997, Fax 617 202 9985
www.aldendesigns.com or www.nh-yd.com
____________________________________________________

 

Hi All,

 

The information I send to you the other day were based on erronous information and are wrong.

You should use the pressure relief valve, the valve with the round handle, to remove the pressure in the centerboard cylinder.

The selector valve can be left in any position you want as long as you remember to close the pressure relief valve and the board won’t move on its own.

 

I appologize for creating any confusion on this issue.

 

Best regards,

 

Niels

 

ALDEN DESIGN & NHYD. LLC.
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Hi Alden Owner’s,

 

It has come to my attention that all functions on the Navtec centerboard control panel on all keel centerboard boats built by Alden Yachts are not clearly labeled.

The centerboard selector valve is labeled “Board Up” and “Board Down” but the mid position with the valve handle in the vertical position is not labeled.

It should have been labeled “Locked” and the valve should always be in that position except when the board position is changed. The board will. if not locked change position on its own when underway.

 

The recommended procedure is:

 

1) Select board up or down.

2) Pump until board is in desired position.

3) Turn selector valve momentarily all the way to the opposite function. This remove the pressure from the system.

4) Turn selector valve to the “Locked” position.

 

I wish you all an enjoyable sailing season.

 

Niels

 

PS. Please forward to Alden owner’s with whom you are in contact. Thanks

 

 

 

ALDEN DESIGN & NHYD. LLC.
Naval Architects
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To: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Sent: Wednesday, June 15, 2011 3:41 PM
Subject: Re: Fw: CORRECTION: Centerboard Control

Hi Niels,

Thanks for the information (though I’m afraid I’ve got an older control
version without an additional pressure relieve valve. What I can do is
open and close the up and down valves to relief the system).

Osmosis Terror *** Niels, I checked the old (cut out) lids of the bowthruster
tunnel; they appear to have no balsa core but solid laminate in the lower
section. Is there any chance that hull No.7 has got a solid bottom? (Which
would be good in my case)

Have a nice day!
Volker

___________________________________________

Hi Volker,

You got the idea that the stuffing box stop leaking when the cylinder is
neutralized.
There is no core in the centerline laminate which is about 400mm wide but
the rest of the hull is cored up to about 200mm below the sheer.
Best regards,

Niels

 

—– Original Message —–

——– Original-Nachricht ——–
Datum: Wed, 15 Jun 2011 10:20:11 -0400
Von: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Betreff: Fw: CORRECTION: Centerboard Control

________________________________________________

 

Dear Volker,

Congratulations to you and your family with a successfully concluded
offshore cruise.
It sounds like you have some work ahead of you to get HHH back in shape. I believe general purpose polyester resin was used on 1036G and she was not build with an epoxy water barrier.
The outside skin thickness in cored panels is about 5mm and remember the centerline lay-up is solid as is the keel boss and skeg. She was build with an outer skin consisting of, from inside and out:


1 x 1.5 oz mat
1 x 24 oz woven rowing
2 x 1.5 oz mat
Barrier coating


You can substitute this laminate with, from inside and out:
1 x 1.5 oz mat
1 x DBM 1208
2 x BTI 1808
1 x 1.5 oz mat
Fairing
Barrier coating.

Best of luck with the lamination.

Niels

NHYD
23 Glendale Street
Salem, MA. 01970
Ph. 617 227 7997,
E-Mail: aldendesign@att.net

 

—– Original Message —–
To: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Sent: Monday, August 27, 2012 9:16 AM
Subject: Hitch-Hike-Heidi, Alden 1036G

 

Dear Niels,

After having covered over 11.000 miles we (my wife and my little kids)
safely arrived without a scratch in Europe. We have had an amazing year.
Great boat, absolutely seaworthy and indeed beautiful.

She now sits on the hard in her cradle waiting to be peeled and hotvaced
as we could not start the Osmosis treatment earlier.

Have you got some minutes for me, as I have got (again!) questions
concerning the boat?

- Do you remember if the 1979 Tillotson boats were made of Vinylesther
resin, as claimed in Ferenc Mate’s book?

- Did she get coats of epoxy as a finish?

- Can you say the maximum tolerable depth I can peel off (gelplane) and
how many layers of glass I must put on to make her strong again?

So there’s lots of work ahead.
I hope so much that I can do it properly!

Thanks for your answers. I’m always very happy to learn more about the
boat!

Regards,
Volker and family

Do you still see Allen? If yes, please say hello to him!

_______________

WWW.Hitch-Hike-Heidi.de

——– Original-Nachricht ——–
Datum: Mon, 22 Dec 2008 11:50:54 -0500
Von: “Niels Helleberg” <aldendesign@att.net
Betreff: Re: Alden 1036G, HHH

—– Original Message —–
______________________________________

Dear Volker,

 

I believe your Alden 44 was designed and build before the EU had implemented any CE Certification requirements. She was designed and built in accordance with the ABYC (American Boat and Yacht Council) Standards and Recommendations for Small Craft.

You should be able to have her grandfathered in.

What are owners of the thousands of old boats doing?

Best regards and happy Easter to you and your family,

 

Niels

 

PS. Attached is a copy of the original Alden 44 building specifications.

 

 

 

—– Original Message —–

To: aldendesign@att.net

Sent: Thursday, March 28, 2013 12:02 PM

Subject:

 

Dear Niels,

 

I hope you are well. Very soon I will start hotvacing our Alden 44, Hitch-Hike-Heidi. By the end of this summer she will be fine again. It’s not easy to have a fine boat like her.

 

Happy Easter,

Volker

 

__________________________________

Hi Volker,

 

Don’t forget, moister meters are notorious for being unreliable.

The two rudder heel fitting fasteners have to be driven out and the rudder should follow without any problems.

I thought you already had replaced the outer skin. I would call for epoxy resin if building the boat today.

Best regards,

 

Niels

 

 

—– Original Message —–

To: Niels Helleberg

Sent: Saturday, April 06, 2013 11:30 AM

Subject: Aw: Re: Re:

 

Hi Niels,

What a set of coincidences, again!

I hope I don’t bore you with those pics of my osmosis treatment. I built a hotvac apparatus (60cm/hg vacuum + 100°C max temp.) to dry the hull – though I think she is not that wet as the readings from above the waterline are even higher now.

Another problem you might be able to give me a helpful hint: I want to dismantle the rudder but the bronce shoe at the lower end of the skeg appears to have two bolts only (which seem to have no screw threads).

  • Do I have to press them out? Are there any tricks to get the rudder out?
  • Hull: what would you recommend- vinylester resin or epoxy?

Thank you so much.

 

Regards,

Volker and family

 

Regards

 

 

 

—– Original Message —–

From: LK SPORT

To: Niels Helleberg

Sent: Friday, March 29, 2013 6:04 AM

 

Hello Niels,

Thank you so much for your quick response and the 44 building specifications. I can’t wait to study them.

Did I tell you that I’ve come across someone who both coincidentally lived in my hometown and bought a very strange Alden 44 in Boston? You surely remember the boat as she has no companionway down from the cockpit but an access from the trunk cabin only… weired (see pic attached).

 

Best regards,
best wishes from my old friend Alfred
Volker and family

 

 

*when we had been on the way back from the Caribbean a Bavaria in close distance suddenly lost her keel and sank.

 

________________________________________________

Gesendet: Freitag, 29. März 2013 um 15:31 Uhr
Von: ”Niels Helleberg” <aldendesign@att.net

Betreff: Re: Re: Hitch-Hike-Heidi

Hi Volker,

The strange Alden 44 is hull no 2, Alita and she was built for a friend of mine, he wanted a private aft cabin. The boat has a tall rig, single lowers with a baby stay, the skeglet between the keel and rudder was removed and she has an exposed prop. We raced her to Ireland in 1978 and came in second.

Thanks for the photo and ask your friend to register her with us.

 

Niels

 

Gesendet: Donnerstag, 28. März 2013 um 19:08 Uhr
Von: ”Niels Helleberg” <aldendesign@att.net

Betreff: Re: Hitch-Hike-Heidi

 

Dear Volker,

 

I believe your Alden 44 was designed and build before the EU had implemented any CE Certification requirements. She was designed and build in accordance with the ABYC (American Boat and Yacht Council) Standards and Recommendations for Small Craft.

You should be able to have her grandfathered in.

Best regards and happy Easter to you and your family,

 

Niels

 

PS. Attached is a copy of the original Alden 44 building specifications.

 

 

—– Original Message —–

 

 

To: aldendesign@att.net

Sent: Thursday, March 28, 2013 12:02 PM

Subject:

 

Dear Niels,

 

I hope you are well. Very soon I will start hotvacing our Alden 44, Hitch-Hike-Heidi. By the end of this summer she will be fine again. It’s not easy to have a fine boat like her.

 

Thank you so much!

 

Happy Easter,

Volker

__________________________________________

—– Original Message —–
To: <Aldenbrkrs@aol.com
Sent: Thursday, August 14, 2008 5:14 PM
Subject: Hitch-Hike-Heidi

Niels,

I hope you are fine. We are just about family-testing the Alden 44 and she
seems as if she suits Steffi and my kids down to the ground. The BOW75
just works fine.
All the best,

Steffi, Volker, Jonne and Line
________________________________

 

Dear Volker,

Thank you for your email and it is nice the hear the boat is working out for
you and your family.
Langelinie is a great place to tie up in Kobenhavn. I will be over there in
mid September.
I think it is a great idea to change the full door to a bi-fold.
All the best,

Niels

 

 

 

 

11.01.2014

Dear Niels,

I was surprised to read that you have closed your office. That’s a great pity as you are probably one of the most experienced naval architects in the States. I hope you’ve made a good start to the New Year anyways and I hope very much that you are fine!

I’m always very moved when I think back to those times when I bought our Alden 44 in 2007 and I’m very happy and proud that I’ve met you in your old office on the jetty. Thanks for all you help.

 

Volker

 

PS: Alfred, my old bloke, is fine and our boat has got a nice Epoxy-skin now including 3 layers of glass.

 

http://hitch-hike-heidi.de/?page_id=271

 

In 2017 my little family and I will cast off again.

 

 

________________________________

 

 

Dieser letzte Brief an Niels Helleberg blieb leider unbeantwortet.

Niels C. Helleberg starb wenige Wochen später am 21. Februar 2014 im Alter von 74 Jahren.

_____________

http://www.sailingscuttlebutt.com/2014/02/27/eight-bells-niels-c-helleberg/

 

 

 

Osmosebehandlung

Translate this website (more or less)

Bilder zum Refit 2013/14 und zur Osmosebehandlung mit unserem 1A homemade Hotvac gibt’s in der “Werkbank“.

GEDSC DIGITAL CAMERA

Sehr effektiv: Unser selbstgebautes Hotvac bis zu 110°C

 

 

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Vom endlosen Atlantik ins Reihenendhaus

Eine zum-verrückt-werden-tolle-Frau, zwei lustige Kinder mit "Drückberger-Eis" und ein halbwahnsinniger Kpt.

Mit der Familie ein Jahr ein kleines Stück der Welt besegelt

Nach 379 Tagen und über 10.000 gesegelten Meilen laufen wir am 14.07.2012 in unseren Heimathafen Laboe ein.
Pünktlich, wie wir glauben. Unsere Yachtsmen’s Bible empfiehlt eine Std. zur UTC zu addieren, will man rechtzeitig zu Hause ankommen ["for German Summer Time add one hour"], eine Rechnung, die der Kpt. beherrscht. – Zwei Stunden drauf (haha) wären tatsächlich noch besser gewesen. Wir kommen natürlich eine Std. zu spät zur wartenden Meute auf der Mole, erwischen dafür aber eine regenfreie Phase. In den Spitzen gibt’s 5 Bft. aus West, die uns in den Hafen drücken.

Wir drosseln trotzdem die Maschine auf ein Minimum, obwohl uns der auffrischende Wind quer treiben lässt und wir schieben unsere alte Dame so langsam wie möglich in den Hafen. Wir fahren so dicht an der Mole vorbei, dass wir die Tränen in den Augen unserer Freunde und Eltern blitzen sehen. Der Eindruck ist wirklich intensiv.

KN Pressearchiv Laboe; NDR Fernsehen

“So viele Leute”, murmelt Jonne, der sich bei dem Getrööte die Ohren zuhält. Es ist laut und das wird es in den nächsten Wochen auch bleiben. Unsere Sinne sind überfordert noch bevor wir festen Boden unter den Füßen haben. Es rauscht zwischen den Ohren, als hätte der Apparat eine schlechte Trennschärfe oder als würde man partout die Frequenz nicht ganz finden.

Auf unserem alten Platz liegt ein Boot, aus dem ein Mann aus dem Niedergang kommt und winkt. “Das Boot kenn ich”, sagt er zum Skipper, “das ist die Hitch-Hike-Heidi, die hat in Martinique neben mir geankert”. Es ist Christoph. Unglaublich. Er ist zufällig (!) bei seinem Kumpel Oli zu Besuch. Seine Aluslup liegt noch in der Karibik.

Die Leinen kommen fest. Wir betreten heimatlichen Boden. Es lohnt sich fast, nur für diesen einen Moment loszusegeln.

Rückblickend kann sich der Kpt. allerdings nur noch an wenig erinnern. Viel Hintergrundrauschen, ein zu starkes QRM. Gefühlt sind da unglaublich viele Leute – auf den Bildern wird die Menschenmenge später tatsächlich überschaubar aussehen. Ein alter Kumpel, den der Kpt. nicht mehr so richtig einordnen kann und welcher den Kpt. im übrigen auch gar nicht kennt, wird herzlich begrüßt und umarmt. Er stellt Fragen und schreibt alles auf. Später stellt sich raus, dass er ein Reporter der Kieler Nachrichten ist. Das Foto, das er schießt zeigt eine zum-verrückt-werden-tolle-Frau, zwei lustige Kinder mit “Drückberger-Eis”  und einen halbwahnsinnigen Kpt. mit einem langen pädagogischen Zeigefinger. Der Artikel ist sehr nett und wir fühlen uns sehr geschmeichelt. Aber so ganz richtig ist er nicht. Wir sind uns nämlich relativ sicher, nicht um die Welt gesegelt zu sein.

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Ab Juli 2012 in einem Vorort von Hamburg zu besichtigen:
Eine kleine Crew und ihr Kpt. a.D. in einem Reihenendhaus.

Es geht uns jetzt nicht schlechter als vorher. Wir wussten ja ganz genau, was passieren wird, wenn wir nach Hause kommen.

Für uns ist es, als wären wir aus Versehen in eine Fabrikhalle gestolpert. Alles bewegt sich irrsinnig schnell, laut und gefährlich. Betäubt hängen wir dann bereitwillig gemeinsam den Rockzipfel ins Räderwerk, fast wie aus Leichtsinn, als wollten wir sehen, was passiert. Und ZACK! hat uns der Mechanismus zu fassen gekriegt. Schon sind wir wieder drin, in der Maschine.
So leicht geht das.

Merkwürdiges Gefühl, aber weniger schmerzhaft, als befürchtet. Genau genommen spüren wir gar nichts. Die Maschine brummt monoton und reibungslos wie von selbst: Das Boot geht raus auf den Knjipstra Bock, ein Auto wird gekauft, ein Reihenendhaus wird als Provisorium bezogen, das wir ungesehen vom Atlantik aus via Kurzwelle angemietet hatten (Bewohner von Reihenendhäusern legen aus irgendeinem Grund besonderen Wert darauf klarzustellen, dass sie am Ende einer Reihe wohnen. Uns flößt die Tatsache, dass wir nun am Ende sind, ein gewisses Maß an Angst ein.)

Die Arbeit geht los. Der NDR dreht eine 15min Reportage über die Reise. Das Jahr kapselt sich daraufhin sofort reflexartig ein und der Wundrand um das Loch fügt sich narbenlos wieder zusammen, als wäre nichts geschehen. Wir erwachen völlig schmerzbefreit wie aus einem Koma. Die Oberfläche ist wieder so glatt wie vorher, die Zeit wie aus unserem Leben geschnitten, das Jahr ist verschwunden.

Nur manchmal ahnen wir, dass da irgend etwas nicht stimmt, dass doch etwas gewesen sein muss. Wie aus dem Nichts steht da plötzlich ein neues Gebäude am Ortseingang, oder eine ganze Strassenführung in unserem Städtchen hat sich verändert. Wir kratzen uns dann am Kopf und fragen uns, wo das alles so plötzlich herkommt. Als hätte jemand mitten im Film das Programm gewechselt.

Mit das Verwirrendste aber ist die in Abständen gestellte einfache Frage:

“Wie war’s?”

Eine kurze Frage für ein langes Jahr. Solche Sätze haben die Qualität von knappen Prüfungsfragen, die zuende sind, bevor man sie verstanden hat, und treffen uns immer wie ein Schlag mit der Dachlatte ins Kreuz.

“Äh, ja, äm, … gut. Gut war’s.”

Das Jahr ist weg. Gut und gern 60 Gigabytes an Fotos haben wir noch auf der externen Festplatte. Virtuelles Beweismaterial für ein unglaublich reiches Jahr. Nur unser geliebtes Boot ist noch real. Wie ein kristallisiertes Überbleibsel eines Traums, wie ein Krümel Schlaf im verklebten Auge.
Unsere Hitch-Hike-Heidi steht bereits gepeelt “on the hard” an der Schlei; ihr Rumpf wurde in einem ungeheuren Kraftakt in zwei Tagen mit einem Gelplane abgehobelt. Sie wird jetzt mit einem selbstgebastelten Apparat vakuum-hitzebehandelt und nächstes Jahr mit Epoxydharz und Köpergewebe neu aufgebaut. Die Feuchtewerte sind mit zwischen 15 – 8% befriedigend bis noch gut. Läuft alles nach Plan wird der Balsa-Sandwich-Rumpf im Sommer 2014 besser sein, als er vor über 30 Jahren aus der Vakuumhülle kam.

Das wird dann eine weitere Geschichte. Und vielleicht der Anfang von einem neuen Traum 2017.

Der Hobel wird gehobelt

 


KN Pressearchiv Laboe

NDR Fernsehen

 

 

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Autschland

Hallo liebe THOR, RANCHO, TIMPETEE, FRIENDS, ROBEYNE, RÖDE ORM, KIRA und alle anderen lieben Freunde, die es noch vor sich haben:

Das Einlaufen ist schön, aber freut euch bloß nicht drauf, der Aufprall ist ungeheuer hart.

Wir schreiben einen letzten Blog, sobald wir wieder auf den Beinen sind.

Eure Hikers
Jonne Line Steffi und Volker

 

 

 

 

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Ein Abenteuer geht zu Ende (Cuxhaven)

Liebe Freunde zu Hause,

unser Abenteuer geht langsam zu Ende.

Wenn wir am Samstag in unserem Heimathafen einlaufen wird das Wetter im Uebrigen exakt so sein, wie es war, als der Kpt un sin Fru den heiligen Bund der Ehe geschlossen hatten, und exakt so, wie es war, als sie vor einem Jahr die Leinen losgeworfen hatten: Es wird aus allen Rohren blasen und grauenhaft wie aus Kuebeln schuetten.

Die prognostizierte Sonnenscheindauer belaeuft sich fuer den 14. gegen 16 Uhr auf 26 min! Diese 1A Vorhersage ist natuerlich totaler Quatsch, aber sie macht ungemein Mut. Zum Festmachen wuerden 10 min ja voellig ausreichen.

Leider sieht das Wetter am Sonntag nicht viel besser aus, und deswegen wollen wir auch nichts verzoegern. Wir werden morgen oder uebermorgen schleusen, vielleicht eine Nacht im Hafen Brunsbuettel verbringen und dann am 14. die letzten 50 Meilen durch den Kanal im Regen motoren.

Wer also aus unserem kleinen Freundeskreis tatsaechlich vorhat, am Samstag vorbeizuschauen und die Leinen anzunehmen, der ueberlege sich das nochmal gut! Wir koennen das naemlich richtig  gut verstehen, wenn man sich das ersparen moechte und wir sind auch garantiert keinem boese!

Eure Line, Steffi, Jonne und Volker

 

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Das sensible Maennergespraech zwischen dem Kpt. und einem entfernten Bekannten wurde entfernt und zum Eintrag von Guernsey / Southampton verlegt.

 

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Nordsee 4 und 5

TIME: 2012/07/09 19:03 LATITUDE: 53-52.46N LONGITUDE: 008-42.39E MARINE: YES WIND_SPEED: 30+ WIND_DIR: 270 WAVE_HT: 4-5M SWELL_DIR: W SWELL_HT: 4M CLOUDS: 90% BARO: 1012 TREND: 2 COMMENT: Viel Wind, grobe See

TAG 4

Das Barometer faellt innerhalb von 6 Std. stetig von 1015hPa auf 1011hPa, dann faehrt der Schreibarm einen scharfen Zacken nach oben, 7hPa in 6 Std., was nicht besonders Besorgnis erregend ist.
Eine Kaltfront kuendigt sich an. Wir erwarten eine gewisse Wetteraktivitaet, sind aber nicht besonders alarmiert. Auf Kanal 16 empfangen wir die Ankuendigung einer Securité-Meldung der belgischen Coastguard, die allerdings derart genuschelt ist, dass wir lachen muessen und den Kanal, auf der sie gesendet werden soll, nicht verstehen. Nach der naechsten Ankuendigung einige Std. spaeter, nochmal das gleiche. Wir suchen mit dem Scanner die Frequenzen und kriegen eine Windwarnung: Texel 7 Bft, WSW.

Alles klar. Schnelle Luft, wir werden also gut vorankommen.

Was wir zum Abend bekommen sollten, wird mit ueber 40kn in den Spitzen etwas mehr sein, vor allem aber mit Abstand die groebste See, die wir in diesem Jahr erleben mussten. Wir sind froh, dass wir die Traffic-Separation Zone an Steuerbord gelassen haben und uns offshore frei bewegen koennen. Wir binden ein Reff ein, sind aber schon wenige Std. spaeter nur unter kleinem Gross voellig ueberpowert und braten mit knirschendem Gebaelk mit 10kn durch die Nacht (14kn SOG). Es ist nun nicht so, dass uns groessere Wellen erschrecken; aber was sich jetzt achteraus aufbaut, bricht zu gewaltigen Walzen und ist schon etwas gefaehrlich. Wir haben bedenken, fuer den Reffvorgang zwischen den Wellenkaemmen kurz anzuluven, um das Gross von den Salingen frei zu kriegen, und dann wieder mit der Restfahrt die Welle runterzurutschen. Kommen wir quer und erwischt uns das Weisswasser von der Seite, kann das boese ausgehen.

Der Kpt. un sin Fru fassen sich zwei Herzen, finden den richtigen Zeitpunkt und bergen das Gross im Gejaule zwischen zwei Walzen. Eine der Kohle/Schaum Latten geht zu Bruch. “Wenn das der Preis bleibt, ist das guenstig”, denken wir uns. Wir rollen die Genua ein kleines Stueckchen ein und machen immer noch 8kn, genug um Kurs halten zu koennen.

Schlaf wird zwischen dem Kpt. un sin Fru hoch gehandelt; leider es ist nicht viel zu kriegen. Den Loewenanteil bekommt der Kpt., aber mehr als eine Std. ist auch nicht drin, dann gibt’s schon wieder einen Alarm. Nicht unweit genau vor uns formieren sich auf dem Radarschirm mehrere Objekte, die auf dem AIS nicht erscheinen, auf unserer neuen Navionics-Karte aber auch nicht als sationaere Hindernisse verzeichnet sind. Mittlerweile ist es schon hell, es regnet horizontal, die Sicht ist schlecht, sehen tun wir nichts. Wir sind immer noch sehr fix unterwegs, koennen aber unseren Kurs nur ca.10 Grad aendern, und so bleibt nicht viel Zeit, entsprechend zu reagieren.
Dann wird klar, dass die Echos systematisch angeordnet sind. Ein Windpark! AAAAh. Verflucht.
Gerade eben so schaffen wir es, uns von den Raedern des Windparks freizuhalten, der auf unseren neuen (!) Navionics-Karten nicht eingezeichnet ist.

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TAG 5

Die Kurzen wachen wie immer lustig auf. Jonne hat von Line den Auftrag bekommen, sie ganz frueh zu wecken. Sie will so frueh wie moeglich nachsehen, ob ihr Schiffstier noch an Bord ist. Seit Durchzug des Tiefs haben wir naemlich eine Taube an Bord, die voellig im Eimer ist. Die ist so froh, nicht notwassern gemusst zu haben, dass sie sich von ihrer neuen Besitzerin sogar streicheln laesst. Dafuer bekommt der Vogel natuerlich umgehend All-Access-Kackrechte erteilt und pflastert das Cockpit mit gruen-weisser glitschiger Schmiere zu. Line ist etwas frustriert, weil der Vogel unkooperativ ist. Er will einfach nicht den eingerollten Brief an sich ranzulassen, den Line ihm in die Brustfedern zu schieben versucht. (Die Kurzen haben eine gruene Plastikhuelse am Fuss entdeckt und sind sich sicher, dass es sich hier um eine klassische Brieftaube handelt. Vielleicht haben sie ja recht.)

Der Rest des Tages bleibt windreich, etwas abnehmend, die See grob; aber wir sind im Ganzen einen Tag schneller, als urspruenglich erwartet. Die Kinder spielen den ganzen Tag Playmos. Der Vogel mit der Nummer DAN 239 am Fuss sieht inzwischen wieder besser aus und verlaesst uns um 1700 UTC mit klatschenden Fluegelschlaegen, ohne Brief allerdings. Kurz darauf entdeckt Jonne Deutschland am Horizont. Beide sind total begeistert, als wir ihnen sagen, dass das ihr Heimatland ist. Jonne ist nur etwas entaeuscht, weil es “eine so kleine Insel” ist. Gegen 1800 UTC laufen wir dann trotzdem bei Hochwasser in Cuxhaven ein.

 

Die letzte Position im Blogroll stimmt nicht. Wir sind nicht bei Renesse in Holland gestrandet, sondern befanden uns rund 60 Meilen noerdlich davon.

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Nordsee 3

TIME: 2012/07/08 10:03 LATITUDE: 51-44.29N LONGITUDE: 003-43.34E MARINE: YES WIND_SPEED: 14 WIND_DIR: 130 WAVE_HT: 0.5M SWELL_DIR: SE SWELL_HT: 0.5M CLOUDS: 90% BARO: 1014 TREND: 0 COMMENT:

TAG 3

Wir lassen die OFF TEXEL Traffic Separation Scheme suedlich und bleiben offshore. Das vertikale Kreuzen der TSS nervt, aber die Coast Guard hat uns auf dem Schirm und wir halten uns an “Rule 10″. Die Bedingungen sind so ruhig, wie wir das schon lange nicht mehr hatten.

Waehrend in Southampton der Regen unendlich langsam fiel und kurz vorm Boden einfach in der Luft stehen blieb, haben wir hier endlich wieder Nordseewetter, so wie es sich gehöhrt: Ordentlich Regen, gerade von oben nach unten. Der Regen prasselt fett in die braune Nordsee. Wir sind echt froh, dass wir kein groesseres Boot haben und das meiste daneben geht.

Aktuelle Position im Blogroll

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Englischer Kanal 2

TIME: 2012/07/07 21:00 LATITUDE: 51-43.93N LONGITUDE: 002-47.97W MARINE: YES WIND_SPEED: 10-18 WIND_DIR: 97 CLOUDS: 10% BARO: 1009 TREND: 2 COMMENT: Plain sailing

TAG 2

Fein fein. Feines Segeln. Bis bald

Aktuelle Position im Blogroll

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Englischer Kanal 1

AIRMAIL YOTREPS TIME: 2012/07/06 21:45 LATITUDE: 50-43.15N LONGITUDE: 000-13.97W MARINE: YES WIND_SPEED: 10 WIND_DIR: 110 CLOUDS: 80% BARO: 1010 TREND: 2 COMMENT: Plain sailing Distanz bis Guernsey: ca. 105sm

TAG 1

Mit auslaufender Tide machen wir um 1330 die Leinen los, verlassen den Schrottplatz und bestaunen beim Vorbeifahren die zusammengepressten Blechwuerfelchen, die mal Autos waren. Morgen mehr…

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St. Peter’s Port, GSY -> Southampton

Guernsey -> Southampton

DTD: ca 100sm

14.06.2012, 1430UTC:
Wir verlassen den Hafen von St. Peter’s Port, bunkern Diesel und werden das Alderney Race 6 Stunden nach Hochwasser Dover mitnehmen. Voraussichtlich werden wir wenig Wind haben und ein gutes Stueck unter Maschine laufen muessen. Wenn wir fix genug unterwegs sind, koennen wir mit einlaufendem Wasser den Solent vom Westen kommend anlaufen, was unter anderen Umstaenden nicht ganz ohne ist.

Lücke und Kpt. Papa

14.06.2012, 1800 UTC:
Wir erwischen die Tide genau richtig und rasen bei praktisch NULL Wind an Alderney vorbei. Trotz der nur 8kn Wind gibt’s hier im inner race suedl. Alderney krasse overfalls, aber es lohnt sich und wir lassen uns zum Teil quer zur Fahrtrichtung mit stellenweise 12kn ueber den Grund saugen. Ein bisschen gruselig aber sehr spassig.

15.06.2012, 0500 UTC:
Wenig Wind, aber der Zeitpunkt stimmt. Wir lassen die Needles an Stb. und gleiten mit 9kn noerdlich der Isle of Wight vorbei.
Wir mussten die gesamte Strecke (ca. 100 Meilen) unter Maschine laufen und werden 3 Std. vor unserem veranschlagtem ETA im Driver’s Dry Dock am Ende des Itchen River festmachen.

Nick hat uns schon angekuendigt und wir werden am Jetty sehr nett begruesst!  (Are you the guys who’ve just arrived from the Caribbean?). Wenig spaeter klopft auch schon Nick an den Rumpf und wir freuen uns wie Astronauten, die nach Jahren wieder auf die Erde prallen und einen alten Freund sehen.

Wir liegen jetzt in einem Abwasserkanal direkt neben einem Schrottplatz.
Wir finden das sehr gut, denn es erleichtert uns die Eingliederung in unser altes Leben. Gott-sei-Dank regnet es seit GSY ununterbrochen, was unsere Haut endlich wieder ausbleichen laesst, dafuer aber sehr elastisch macht.

Die Windprognosen fuer die naechsten Tage sind eher schlecht (wenig Wind).

 

 

 

 

 

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Tag 12, Guernsey

Wir haben unseren Kreis geschlossen.
Der schoensteTag ist doch immer der Tag, an dem man ankommt. Ob’s regnet oder schneit, alles schaisejal.

Nur noch leider 500 Meilen bis nach Laboe…

 

Hitch-Hike-Hei-di, she loves to hitch-hike, so obsessed like our love is corrupting our minds... oder so ähnlich


 

More Pics

 

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Atlantik 11

TIME: 2012/06/24 21:50 LATITUDE: 49-06.66N LONGITUDE: 005-12.40W COMMENT: Wind 4-5 kn, 256°, Kurs 86°, Speed 5-7kn unter Maschine

Distanz bis Guernsey: ca. 105sm

Tag 11

Der Wind nimmt ab. Gegen 4.30 Uhr UTC duempeln wir nur noch. Wir starten die Maschine. Ein paar Stunden spaeter kriecht Jonne, unser zuverlaessiger Wecker, in die Koje der Steuerfru. Er moechte was essen (auch das noch!). Also auf in die Galley an die Pantry. Es gibt kleine, knusprige Pfannkuchen, das Brot ist seit ein paar Tagen ausgegangen. Den Brotersatz gibt es in zwei Varianten: Pur oder mit Schinkenwuerfeln. Sehr lecker!
Der Tag ist relativ warm und sonnig. Wir laufen unter Maschine Richtung Guernsey und kreuzen nunmehr die Route recht vieler Frachtschiffe.

Vordeckbeute: eine nasse Unterhose

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Atlantik 10

Datum: 23.06.2012

TIME: 2012/06/23 21:50 LATITUDE: 48-49.64N LONGITUDE: 008-04.57W COMMENT: Wind 32-38kn, 230°, Kurs 75°, Speed 5-6 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 85sm Distanz bis Guernsey: ca. 220sm

Tag 10

25 Meter weit spucken? Gar kein Problem. Was sich draussen vom Koerper loest, begibt sich auf eine weite Reise: Muetze vom Kopf, geschaetzt, 15 Meter, Neopren-Handschuh 5 Meter, Koerperfussigkeiten 7-25 Meter, je nach Winkel und Druck. Es blaest nun den ganzen Tag aus Sued mit 32-38kn, selten unter 30. Das Meer kocht und ist weiss. Wir segeln unter sehr klein gerollter Genua mit Wind und Welle von der Seite. Seit wir das Kontinentalschelf erreicht haben, baut sich eine kurze, sehr steile Welle auf und bricht zum Teil quer ueber das Deckshaus und wir machen uns das erste Mal Gedanken um die Festigkeit der grossen Fenster in der Galley und in der Aft-Cabin.

Die Aufnahme von fester Nahrung und Fluessigkeiten ist eine heikle Sache, und jeder hat so in diesem Jahr mehr oder weniger schlaue Strategien entwickelt, moeglichst viel davon in in den Kopf hinein zu befoerdern. Getrunken wird am besten mit dem Ruecken an einer Wand in Querschiffsrichtung (wegen der Rollbewegung, aus Tassen landet sonst schon mal was im Gesicht). Der Wellenrhythmus wird innerlich staendig aktualisiert, laengere Wellenphasen auch von den Kindern ruckartig ausgenutzt. PET-Flaschen sind die idealen Gefaesse, die mit einem grossen Trichter befuellt werden (Ausgussrichtung in Laengsschiffrichtung, ein nach innen gerichteter Rand des Trichters waere hilfreich), weil sie verschlossen und irgendwohin hingeschmissen werden koennen, wenn man schnell mal was tun muss.
Feste Nahrund wird in einer kleiner Schale (halbvoll) in der Koje serviert und zu sich genommen, jeder in seiner Ecke. Gefruehstueckt wird zusammen in einer Koje: Pfannkuchen mit Speck oder Zucker, Tee, Zwieback mit Milch oder Muesli. Super.

Man mag gar nicht rausschauen, so graesslich sieht es draussen aus, aber – man will’s uns vielleicht nicht glauben – drinnen ist es saugemuetlich und uns Vieren geht es sehr gut.

Vordeckbeute: nicht geguckt

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Atlantik 9

Datum: 22.06.2012

TIME: 2012/06/22 21:26 LATITUDE: 48-14.31N LONGITUDE: 011-46.20W MARINE: YES WIND_SPEED: 11 WIND_DIR: SW SWELL_DIR: W SWELL_HT: 2.0M CLOUDS: 5% BARO: 1025 TREND: 1 COMMENT: Wind kn 10-17kn, 215°, Kurs 80°, Speed 5-6 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 260sm

Tag 9

Pah! Supersegeltag! Sonne und beste Backstagbrise um die 15kn. Wir haben unser Gross aufgetucht und fahren ganz gemuetlich unter ausgebaumter Genua. Nicht zu schnell, dafuer sehr geschmeidig. Exakt so, wie es uns die Shorecrew Steen orakelt hat. Mal sehen, was morgen in der Wundertuete ist. Laut unserer Grib-Files von gestern werden wir es morgen nur noch mit einem kleinen (neuen) Tief direkt hinter uns zu tun haben, dass uns aber noch um die 30kn aus Sued verabreichen kann…

Delfine, Delfine…

 

 

 

 

 

Gute Nacht.

Vordeckbeute: nada

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Atlantik 8

Datum: 21.06.2012

TIME: 2012/06/21 19:27 LATITUDE: 47-24.52N LONGITUDE: 014-59.28W MARINE: YES WIND_SPEED: 30 WIND_DIR: W SWELL_DIR: W SWELL_HT: 3.0M CLOUDS: 30% BARO: 1017 TREND: 2 COMMENT: Wind kn 26-35, 270°, Kurs 80°, Speed 5-7 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 390 sm Letztes Etmal: 155sm

Tag 8

Wir haben eine ruppige Nacht hinter uns: So um die 35kn Wind und eine harte Welle. Jetzt, gegen Abend ist es ein wenig ruhiger geworden (um die 25kn) und wir haben auf Jonnes Wunsch hin eine kleine Tee-Runde im Salon abgehalten. Das war mal eine gute Abwechslung. Draussen ist es kalt und nass und der gemuetlichste Ort ist einfach die Koje. So liegen wir die meiste Zeit alle zusammen in einer Koje und hoeren Hoerspiele. Das ist zwar ein bisschen eng, aber dafuer kriegen wir alle warme Fuesse, auch wenn uns ab und an recht grosse Brecher in die Seite rammen!

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Atlantik 7

Datum: 20.06.2012

TIME: 2012/06/20 20:03 LATITUDE: 46-58.70N LONGITUDE: 018-15.91W MARINE: YES WIND_SPEED: 30 WIND_DIR: W SWELL_DIR: W SWELL_HT: 3.0M CLOUDS: 20% BARO: 1010 TREND: 0 COMMENT: Wind kn 30, 270°, Kurs 80°, Speed 6-8 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 520sm Vorletztes Etmal: 140sm Letztes Etmal: 151sm

Tag 7

Dem Kpt. sin Fru studiert nochmal die neuen Wetter-Grib-Files von gestern Nacht. Wir konnten das Tief gut anschneiden und wir laufen mit Wind von achtern unter Gross und ausgebaumter Fock 8-9kn auf den Englischen Kanal zu. Allerdings scheint das Zentrum des Tiefs einen Ticken suedlicher zu rutschen, als auf dem vorhergehenden Wetterfax andeutet (oder wir sind etwas zu noerdlich gekommen). Heute Nacht muessen wir wohl mit 30kn rechnen. Die Steuerfru empfielt noch vor Sonnenuntergang das Gross zu reffen. Also wird gerefft. Der Angang ist immer ein wenig muehsam, aber am Ende fuehlt man sich doch immer wohler.

Kaum ist das Gross klein nimmt der Wind auf 35kn zu. Lage gut eingeschaetzt mien Fru!

Die Kinder sehen nun jeden zweiten Tag eine Folge von “ROBBI, TOBBY UND DAS FLIEWATÜÜT” von 1972, eine der Lieblingssendungen von Superonkelhitzi un’em Hinni. Vor 2 Jahren waren die Marionettengeschichten noch zu gruselig. (Merci vielmohls, Giff-G’aff-Gefough-h! Morgen wird die 2. Pruefungsaufgabe geloest!).

Vordeckbeute: Ein kleiner Hornhecht

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Atlantik 6

Datum: 19.06.2012

TIME: 2012/06/19 22:20 LATITUDE: 46-14.45N LONGITUDE: 021-31.97W MARINE: YES WIND_SPEED: 16 WIND_DIR: W SWELL_DIR: W SWELL_HT: 2.0M CLOUDS: 60% BARO: 1020 TREND: 0 COMMENT: Wind kn 14-16, 270°, Kurs 85°, Speed 5.5 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 670sm

Tag 6

Au-weia, so lange in Horta auf die ROBEYNE gewartet und dann beim Aufzaehlen der lieben Freunde vergessen. So’n Mist. [Das gab Haue...].

Backstagbrise bei Sonne, aber die Luft ist richtig kalt. Alle 2 Stunden geht’s in die Koje zum Fuesse aufwaermen. Ein ganz hervorhaengender Segeltag. Zeitweise fuehlt es sich so an, als rollten wir leicht vor Anker, waehrend die Instrument 7,5kn anzeigen. Wir sind genau richtig abgebogen und haben die erste untere harte Kante des Tiefs in der Nacht noch kurz mitbekommen (um und bei 28kn), aber die Windrichtung stimmt. Wir sind wieder mehr oder weniger auf dem Grosskreis und kommen gut voran. Laut Grib-Files koennten wir in 48 Std. noch ein wenig mehr Druck abkriegen, wenn wir zu noerdlich kommen. Wir bleiben vorsichtshalber etwas tiefer.

Alles klar hier, heute den ersten Sichtkontakt mit den ersten Frachtern gehabt.

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Atlantik 5

Datum: 18.06.2012

TIME: 2012/06/18 21:50 LATITUDE: 45-16.07N LONGITUDE: 024-43.11W MARINE: YES WIND_SPEED: 17 WIND_DIR: W SWELL_DIR: W SWELL_HT: 2.0M CLOUDS: 60% BARO: 1020 TREND: 0 COMMENT: Wind kn 17, 260°, Kurs 50°, Speed 6-7 kn

Distanz bis Land’s End: ca. 815sm

Tag 5

Die Nacht ist anstrengend. Um 0400 UTC bergen wir den Blister. Der staendige ON-OFF Modus macht richtig schlapp – die Augen sind trocken und kleben (fuer den Kpt. die schlimmste Folter), die Haut fuehlt sich an wie aufgedunsen und der Kopf tut weh. (Wehwehchen). Wir baumen die Genua aus und gehen tiefer, etwas unterhalb des Grosskreises um die windreiche Westflanke des Tiefs noerdlich von uns durchziehen zu lassen. Dem Kpt. sin Fru macht wie immer ein ganz hervorragendes Fruehstueck (geroestetes Brot, Frischkaese, Schinken, Tomaten und Zwiebeln) und beschult die Kleinen. Zum Mittag gibt’s Spagetti mit Corned Beef Sosse und spaeter duerfen die Kurzen einen Teil von “Lauras Stern” schauen. Wir bauen ununterbrochen Spielsachen fuer Jonne und Line. Heute mussen genau nach Anweisung Masten auf Holzboote, die wir auf Dominica im Indianderdorf gekauft hatten, geriggt werden. Die Genua muss genau stimmen, Salinge muessen an den Mast und die Playmobilfigur zwischen den Ruderbaenken darf nicht wackeln.

Ganz vergessen; Liebe FRIENDS, liebe ZSA ZSA und liebe ZEEVONK! Habt vielen Dank fuer den schoenen Abschied im Hafen von Horta. Schade, dass wir uns erst so spaet getroffen haben. Passt gut auf euch auf. Schade auch, dass die TIMPETEE nicht mehr sehen konnten. Vielleicht treffen wir uns ja auf Guernsey oder Sark.

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Atlantik 4

Datum: 17.06.2012

TIME: 2012/06/17 21:42 LATITUDE: 43-42.99N LONGITUDE: 026-33.78W MARINE: YES WIND_SPEED: 12 WIND_DIR: W SWELL_DIR: W SWELL_HT: 0.5M CLOUDS: 5% BARO: 1025 TREND: 0 COMMENT: alles 1A

Gemachte Strecke (HORTA direkt): ca. 320sm

 

Tag 4

Wir haben den Wind! Und Line und Jonne haben tatsaechlich jeder ein kleines Werkzeug (Multitool mit Holzschalengriff) unter ihren Kissen gefunden. Die Zangen werden den Tag nicht mehr aus den Haenden gelegt und speichern bald eine konstante Temperatur von 37° C.

Als Koeder zu lecker

Beim morgendlichen Einsammeln der Leckereien finden wir einen handtellergrossen Squid an Deck, der noch nicht trocken ist. Die Viecher feuern sich raketenartig aus dem Wasser, kurz bevor ein Jaeger zuschnappen kann. Bei grober Fehlkalkulation landet son Ding dann schon mal auf einem Deck (in Marin vorm eigenen Dingi erlebt).

Wir ueberlegen einen Moment, ob er in die Pfanne gehoert oder an die Schleppangel. Wir sind begnuegsam, aber eine zufriedenstellende Malzeit wird der kleine Tintenfisch fuer uns Vier nur unter Streitereien hergeben. Also Angel mit Chance auf Groesseres.

 

Wir kriegen den Westwind viel frueher als erhofft und setzen den Gennacker. Es ist ein Traumtag! Es ist zwar kuehl – der Kpt ist rund um die Uhr bemuetzt, hat seit einem halben Jahr keine Schuhe mehr und friert an den Zehen – aber die Sonne scheint und wir kommen besser voran als erwartet.
Jonne entdeckt eine tote Schildkroete, die im Wasser alle Fuenfe oder Sechse von sich gestreckt an uns vorbeitreibt. Wir fahren einen Kringel und keschern das leblose Tier aus dem Wasser. Als wir das schlaffe tote Tier an Deck so begucken und etwas ratlos in verschiedene Richtungen trauern -

  • Richtung 1 (Line und Jonne), “Das arme Tier”
  • Richtung 2 (Steffi), “Ja, zu schade. Was machen wir nun mit dem Ding?”
  • Richtung 3 (Kpt.), “Hm, ein Jammer. Essen kann man das nicht mehr”,

- kommt ploetzlich wieder leben zwischen die Panzerschalen: “Guckt mal! Sie hebt den Kopf! Die iss ja gar nicht richtig tot”.

Die Schidkröte hat einfach nur gepennt! Irgendwann ist das kleine Tier dann wieder so fitt, dass wir es vorsichtig mit dem Kescher ins Wasser lassen, wo es pfeilschnell abtaucht.

Spaeter tauchen nochmal Wale auf und wir bekommen Besuch von grossen Bottlenose Dolphins. Wir holen vorsichtshalber unseren leckeren Squid wieder rein. No fish today.

Vielen Dank fuer den schoenen Tag, lieber Meeresgott!

Vordeckbeute: Ein Squid

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Atlantik 3

Tag 3

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Line verliert ihren ersten Maeuse-Schneidezahn und hat endlich ihre lang ersehnte Zahnluecke. Der Nachbar wackelt auch schon und die Nachfolger sind schon in zweiter Reihe am Start. Der Beisser wird mit Takelgarn an eine besonders schoene V4A Schraube geknotet und auf Position

42°05’5N 027°23’1W

Neptun als Opfergabe gebracht. Tausend Meilen vor Land’s End wird der Zahn mit der Beschwoerungsformel


“Groooosser Neptun!
Siehst du die Luecke?
Hier mein Zahn, dafuer bitte zwei Stuecke” 
versenkt.

Diese Nacht werden die Kinderkissen faltenfrei geklopft und die Unterseiten von Kruemeln gesaeubert, man kann ja nie wissen…

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Wir motoren 9 Std. durch die Nacht, schneiden den windarmen Flautenzipfel des Hochs westlich von uns ab, und machen Nord gut. Gegen Abend werden wir mit 10-15 kn aus Nord-West oder sogar West rechnen koennen.

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Die genaue Position von Line Schneidezahn gibt’s hier
Vorher diese Position kopieren +42° 05’ 5.00″,  -027° 23’ 1.00″ und bei Suchen einfügen

 

 

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Atlantik 1 und 2 (Azoren -> Guernsey)

Datum: 16.06.2012

TIME: 2012/06/16 00:18 LATITUDE: 40-26.31N LONGITUDE: 027-24.15W MARINE: YES WIND_SPEED: 13 WIND_DIR: NE SWELL_HT: 0.5M CLOUDS: 100% BARO: 1021 TREND: 0 COMMENT: Wale!

Gemachte Strecke (HORTA direkt): ca. 130sm

Tag 2

“Waaaal an Steuerbord!” schreit Jonne ploetzlich und wir glauben er spielt Theater (mein Part waere jetzt gewesen: “Iiiist es ein weisser Waaaal?” Jonnes: “Ja, weiss wie ein Schneeberg!”).

“Nein, ich habe wirklich eine Fluke gesehen, ganz schwarz. Die ging rauf und hat uns zugewinkt. DA! Da ist er!” Tatsaechlich. Ein Wal in ca. 50 Metern Entfernung. Wow.

Der Himmel ist bedeckt, wir haben kaum Wind und den leider genau von vorne. Die idealen Bedingungen der ersten 12 Std. (konstante 8kn Speed) hat das Tief mitgenommen. Seit 20 min. haben wir die Maschine gestoppt und segeln wieder.

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